| Eine Reise nach Frankreich und Spanien Reisebericht von Nina Jordan |
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Anfang September haben sich mein Mann und ich wieder einmal nach einer längeren Pause auf den Weg gemacht, um neue und uns bekannte Tierheime und Tierschützer zu besuchen.
Mit einem Wohnmobil und unseren eigenen vier Hunden machten wir uns auf die Reise.
In diesem Tierheim sind ungefähr 100 Hunde untergebracht, vornehmlich Jagdhunde, meist in Einzelboxen. Alle haben ein Dach zum Schutz vor Regen und Sonne, die Zwinger waren sauber ausgespritzt worden, verfügten überwiegend jedoch kaum über Tageslicht. Die Hunde wurden mit Trockenfutter und Brot ernährt. Ca. 8 Hunde wurden auf dem Gelände an Ketten gehalten, zum Schutz hatte jeder eine eigene Hundehütte.
Denn leider war das Tierheimpersonal sehr abweisend, zumindest die Angestellte, die wir kennen gelernt haben. Ständig lief sie hinter uns her und schrie: Heute gehen keine Hunde raus, kein Hund darf adoptiert werden! Was die ganze Angelegenheit noch trauriger macht ist die Tatsache, dass die meisten Hunde schon einige Jahre dort verbringen. Viele von ihnen sind schon als Welpen dort abgegeben worden, entweder von Hundefängern oder von ihren früheren Besitzern. Nicht selten sitzen die Hunde mehr als 7 Jahre in diesem Tierheim.
Es bedarf einer gehörigen Portion diplomatischen Geschicks und Einfühlungsvermögens, um dort bei einheimischen Tierschützern ein Umdenken und damit eine Verbesserung der Situation der Tiere zu bewirken. Unserer Auffassung nach sind dafür nur Tierschützer geeignet, die schon lange dieser Tätigkeit nachgehen und mit der Mentalität ihrer Landsleute umgehen können. Auf keinen Fall dürfen wir hier mit deutschen Maßstäben rechnen. Man findet also auch in Frankreich inzwischen ein Nord-Südgefälle im Tierschutz, vergleichbar mit Spanien. Je weiter man sich in diesen Ländern nach Süden bewegt, desto mehr steckt der Tierschutz noch in den "Kinderschuhen". Teilweise muten die Verhältnisse mittelalterlich an. Aber wir haben in Südfrankreich auch einen sehr positiven Eindruck von Tierschutz erfahren dürfen und dabei wunderbare Menschen kennen gelernt.
Wir trafen Monique und Gerald vom Tierschutzverein: Maison de Retraite des 4 Pattes.
Dieser Verein besteht schon seit rund 20 Jahren und seit rund 16 Jahren arbeiten die beiden dort ehrenamtlich. Sie haben uns durch das Seniorenheim für Hunde geführt, welches vom Verein in ganz historischen alten Gemäuern aus dem Jahr 1768 untergebracht ist. Das Gebäude gehört zu einem Schloss aus dem 12. Jahrhundert und die Besitzerin, eine über 90-jährige alte Dame, hat dem Verein gestattet, dort dieses Altenheim für Hunde unterzubringen, bzw. einzurichten. Auch nach ihrem Tod hat die Patronin testamentarisch festgelegt, dass der Verein dort noch weitere 50 Jahre das Tierheim betreiben darf.Wir können mit Worte das Glück dieser ehrwürdigen alten Dame nicht beschreiben, das ihrem Gesichtausdruck abzulesen war. Die Patronin, die bestimmt nicht über viel Geld verfügt, ist so unfassbar glücklich inmitten der alten Tiere, denen sie ein Dach über dem Kopf gewährt, dass wir zutiefst berührt waren, einen solchen Menschen kennen lernen zu dürfen.
Hund an der Kette
Dieser Tierschutzverein beherbergt zwar keine Windhunde, aber in Anbetracht der großartigen Arbeit, die in bescheidensten Verhältnissen und mit geringsten Mitteln geleistet wird, bitten wir Sie, dieses Tierheim zu unterstützen. Wenn Sie Geld spenden möchten, so wird die vorwiegend zur Renovierung bzw. Abdeckung des Gebälks benötigt, da auch wilde Tauben in dem Gemäuer nisten und der Taubenkot von der Decke auf die Hunde rieselt. Auch der Mauerputz muss an einigen Stellen erneuert werden. Bitte überweisen sie Ihre Spende an folgende Organisation: Mit den Erinnerungen an dieses eindrucksvolle Erlebnis machten wir uns weiter auf den Weg nach Spanien. Hier trafen wir unsere langjährige Freundin Andrea, die seit 10 Jahren in der Nähe von Barcelona lebt
Schon auf der Terrasse eines Cafes, auf der ausnahmsweise Hunde erlaubt waren, machten wir die Bekanntschaft mit Spaniern, die sehr verwundert auf unsere Galgohündin reagierten. Ein Gast erzählte uns, dass er selber zwei Galgos hatte. Seine Frau berichtete, dass einer der Galgos eine Wunde am Bein gehabt habe, welche schließlich, da unversorgt, aufgegangen sei und der Hund an dieser Wunde verendet sei. Weiterhin erzählte sie, WÄHREND SIE UNSERE HÜNDIN STREICHELTE, dass sie Galgos schön findet, sie aber keinen Hund für den Garten haben möchte. Dies sollte bedeuten, dass man nach spanischen Verhältnissen Galgos nur draußen, bzw. im Garten halten kann. Es sei keine Rasse für die Wohnungshaltung. So besteht dieses hartnäckige Gerücht, dass man Galgos nicht im Haus hält, sogar auch in der katalanischen Region Spaniens. Eine Region, die eigentlich bekannt ist für einen fortschrittlichen Tierschutz, im Gegensatz zum Süden oder der Region um Madrid.
Natürlich haben wir mit Andrea und unseren Hunden auch viele Spaziergänge gemacht. Auch ins Gebiet rund um das ortansässige Tierheim führten uns unsere Spaziergänge.
Plötzlich tauchte ein Polizeifahrzeug hinter uns auf dem Waldweg auf. Es waren Beamte der Guardia Seprona, Beamte, die für Tiere und Umweltschutz zuständig sind. Sie sind genau so uniformiert und ausgestattet wie die Guardia Civil. Die beiden Beamten waren sehr nett und fragten uns, ob wir drei Hunde vermissen würden. Andrea erklärte ihnen, was es mit den drei Hunden auf sich hatte. Noch bevor sie erklären konnte, wer wir waren, lächelte einer der Polizisten unsere Sidra an und sagte, dass er Galgos sehr mag. Die Auskunft, dass wir uns von Deutschland aus für das Wohlergehen der Galgos in Spanien einsetzen, nahmen die Polizisten sehr positiv auf und wünschten uns für unsere Arbeit viel Glück.
Dies ist jedoch zum Glück "Geschichte", denn mit Hilfe deutscher und spanischer Tierschützer wurde ein neues Tierheim auf einem Gelände gebaut, das die Stadt zur Verfügung stellte. Wir waren beeindruckt von der gut durchdachten und großzügigen Anlage des neuen Tierheims, das den Tieren viele Auslaufmöglichkeiten bietet. Isaak, ein junger Mann, der dort hauptberuflich arbeitet, wird vom spanischen Tierschutzverein bezahlt. Er hat seinen gut bezahlten Beruf als Stuckateur aufgegeben, um sich seinen eigentlichen Berufswunsch zu erfüllen. Sein Einkommen ist bestimmt wesentlich geringer, dafür wird er aber durch die dankbaren Hunde- und Katzenaugen belohnt.
Am Morgen vor unserer Abreise nach Deutschland haben wir noch ein Tierheim in Torredembarra (Costa Dorada) besucht. Auch dieses Heim haben wir uns vor drei Jahren schon einmal, jedoch an einem anderen Ort gelegen, angesehen. Das alte Heim, welches direkt neben der städtischen Müllkippe (Calaffel) lag, wurde glücklicherweise geschlossen. Alle Insassen dieses Heimes sind in das schon existierende Tierheim von Torredembarra umgezogen. Alle Tiere machten einen gepflegten Eindruck, das Heim selbst war sauber und ordentlich. Eigens für unseren Besuch, den wir durch Birte vom Tierschutzverein "Tierschutzengel" hatten ankündigen lassen, kam ein Helfer, der uns in englischer Sprache durch das Heim führte. Im Moment sind dort keine Galgos, dies kann sich aber zu Beginn der Jagdsaison in absehbarer Zeit schlagartig ändern. Im Verlauf unseres Besuches erfuhren wir durch unseren Begleiter, dass das Heim vor kurzem 9 Galgos und 5 Podencos aufgenommen hatte, die sie teilweise schwerstverletzt auf der Autobahn eingesammelt hatten. Die Tür eines Transporters hatte sich während der Fahrt geöffnet (oder wurde sie absichtlich geöffnet???) und die Hunde stürzten auf die Fahrbahn. Man konnte an den Verletzungen der Windhunde erkennen, dass sie aus einem fahrenden Auto gefallen sein mussten, denn sie hatten durch das Rutschen über den Asphalt verbrannte Hautstellen, wenn Haut denn überhaupt noch vorhanden war! Natürlich hatte sich der Jäger und Besitzer nicht gemeldet und das Tierheimpersonal benötigte mehrere Tage, bis alle Hunde eingefangen waren. Ein Galgo, der frontal in ein Auto gelaufen war, die Helfer mussten dies mit ansehen ohne helfen zu können, konnte nicht mehr gerettet werden. Die anderen haben wohl ein kleines Rudel Schutzengel an ihrer Seite gehabt. Anders kann man sich ihr Überleben auf einer stark befahrenen Autobahn nicht erklären. |