Spanienreise 2008

3 Wochen
6000 Kilometer - 600 Fotos - 6 Tierheime
1100 Hunde -1 Rennbahn

Ein Reisebericht der Familie Jordan
vom 23.05. bis 14.06.2008

Vor zwei Jahren hatten wir unsere letzte Spanienrundreise gemacht, daher waren wir sehr gespannt, was uns dieses Jahr erwarten würde.

Unser 1. Etappenziel ist wieder die Gegend rund um Barcelona. Am Abend erreichen wir mit dem Wohnmobil und unseren vier Hunden den Wohnort unserer langjährigen Freundin Andrea. Sie wohnt mit ihren eigenen drei Hunden und einem Pflegehund schon länger in Spanien. Während des Abendessens planen wir den nächsten Tag. Bei starkem Regenfall und ungewöhnlich kaltem Wind machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch einen Pinienwald, vorbei an einem alten Landsitz aus dem 18. Jahrhundert. Er gehörte einmal zu einem Weingut, welches, bedingt durch eine Schädlingsplage, aufgegeben werden musste. Wir sind froh, am Ende dieses Tages in unsere Kojen kriechen zu können.

Am nächsten Morgen fährt Andrea mit uns nach Sallent. Dort werden wir bereits von Marc, dem Leiter des örtlichen Tierheims, erwartet. Auf dem Weg dorthin, und leider auch während unseres ganzen Aufenthaltes in dieser Region, regnet es sintflutartig. Von den Bergen schießt das Wasser regelrecht durch die Straßen. Die Hunde sitzen in ihren, Gott sei dank etwas erhöhten Hundehütten und schauen sorgenvoll drein. Wie Sie vielleicht schon wissen, führt Marc in Sallent dieses kleine Tierheim mit etwa 60 Hunden. Die Stadtverwaltung hat das Tierheim nach ihren Vorstellungen gebaut, so liegt es an einem Berghang. In den Wintermonaten ist es hier schon ziemlich kalt und es regnet oft. Marc versucht für die Hunde das Beste aus dieser Situation zu machen und die beiden Helferinnen, die täglich kommen, investieren ihre ganze Kraft. Das Heim wird wirklich liebevoll geführt, es besteht aus sauberen kleinen Zwingern, einem Bürogebäude, einem Raum für Futter, einem Waschraum mit Waschmaschine und einem Lagerraum für sonstige Sachen. Wolldecken und Handtücher hängen an einem Wäscheständer in diesem Raum. Ich frage Marc, ob es nicht sinnvoll sei einen Wäschetrockner anzuschaffen, denn bei diesen klimatischen Bedingungen dauert es ja ewig, bis die Decken trocken wieder in den Hundekörbchen liegen können. Seine Augen bekommen einen besonderen Glanz bei diesem Vorschlag, zumal die Stadt den Strom bezahlt. Aber leider ist für solch einen „Luxus“ kein Geld vorhanden, denn in diesem Jahr musste er schon ungewöhnlich viele Hunde aufnehmen, die die Hundefänger ihm brachten

Tierheim in Sallent (Tierheimleiter Marc).

Nachdem ihn Hilferufe anderer spanischer Tierheime erreichten, hat er auch noch 3 Galgos von ihnen übernommen. Zwei sehen wir in ihren Zwingern, der dritte wartet in einer deutschen Pflegestelle auf sein Lebensglück.

Next, ein wunderschöner schwarz - weißer Galgorüde, sehr aufgeschlossen und menschenbezogen, freut sich riesig, als Marc seinen Zwinger öffnet und ihn heraus lässt. Er flitzt durch den Regen ins Büro, wo ein altes Sofa steht und kuschelt sich dort in einer Ecke so richtig schön ein. Am liebsten würde er an diesem Platz bleiben, so weich, warm und trocken, aber leider muss er wieder zurück in seinen Zwinger. Auch das etwa einjährige rauhaarige Galgomädchen freut sich über unseren Besuch, kuschelt mit uns und läuft vor Begeisterung durch alle Räume.


Galgo-Rüde "ALEX" der mittlerweile bei einer engl. Fam. in Deutschland sein Zuhause gefunden hat.

Wir versprechen Marc, dass, sobald ein Plätzchen in unserer Pflegestelle frei wird, Next zu uns nach Deutschland kommen darf. Er sitzt schon so lange im Tierheim und als Galgo hat er kaum eine Vermittlungschance in Spanien. Für beide Galgos hoffen wir, dass sie bald ein schönes Zuhause finden, damit Marc anderen Tierheimen in ihrer Not helfen und Hunde aus überfüllten oder diebstahlgefährdeten Heimen übernehmen kann.(Anm. der Redaktion: Next kam kurz nach Jordans Rückkehr auf unserer Pflegestelle in Willich an. Er heißt jetzt Alex und hat in der Zwischenzeit schon sein Sofaplätzchen bei lieben Menschen gefunden.)

Außerdem versprechen wir ihm für den dringend benötigten Wäschetrockener einen Spendenaufruf auf unserer Homepage zu starten. Dieser soll der Hygiene und dem Wohlbefinden der Hunde dienen, solange das Tierheim ihr Zuhause ist. Decken und Handtücher werden immer wieder genug gespendet und die Stromkosten übernimmt ja die Stadt. Falls Sie eine kleine Spende machen möchten, richten Sie diese direkt an die Streunerhilfe Katalonien:

Streunerhilfe Katalonien
Konto Nr. 53 77 48
Volksbank Speyer-Neustadt-Hockenheim eG
BLZ 547 900 00

oder entrichten Sie ihre Spende auf das Konto von GPI mit dem Vermerk:
"Trockner für das TH Sallent":

Greyhound Protection International e.V.
Kreissparkasse Heinsberg
Spendenkonto: 7556301
BLZ: 31251220



Unsere 2. Etappe ist an diesem Tag das Tierheim Odena. Auch dort haben wir vor zwei Jahren Station gemacht und sind auch dieses Mal hellauf begeistert, wie schön die Anlage gestaltet ist. An den Zwingern führt ein Rundgang vorbei und auf Schautafeln kann man Erklärungen lesen, ein erster Schritt, um den Besuchern, vor allem aber wohl auch Schulklassen, Informationen zu geben. Sogar Affen aus einem Versuchslabor haben in Odena eine Bleibe gefunden. Für sie wurde ein großräumiges Gehege angelegt. Als das Labor geschlossen wurde, wusste man nicht wohin mit den ängstlichen Äffchen. So baute das Tierheim Odena ein artgerechtes Gehege, wo die kleinen nun ein Leben ohne Qualen führen können. Die schöne Anlage kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass leider auch das Tierheim in Odena, wie man uns sagte, in diesem Jahr bisher mehr Hunde aufnehmen musste, als in den Jahren zuvor. Diese Tatsache bekommt noch einen bitteren Beigeschmack, ist die Stadt, welche einen Vertrag mit dem Tierheim geschlossen hat, doch seit April letzten Jahres ihrer Zahlungsverpflichtung nicht mehr nachgekommen. Inzwischen schuldet sie dem Tierheim etwa 10 000 € und das zu einer Zeit, in der das Tierheim überfüllt ist. Die Tierschützer müssen die Tiere, die ihnen von den Tierfängern oder von der Polizei gebracht werden, aufnehmen, da der Vertrag dies vorschreibt. Im Interesse der Tiere hält sich wenigstens das Tierheim an diesen Vertrag, während die Stadtverwaltung ihrer garantierten Unterstützung nicht nachkommt. Als Folge dieses Vertragsbruches müssen die Tiere im Tierheim Odena aufgeweichtes Brot fressen, da kein Geld für Futter zur Verfügung steht. Als wir dies hören, nehmen wir umgehend mit unserem GPI Team Verbindung auf. Am nächsten Tag werden alle Futterspenden die zusammen gebracht werden können, insgesamt etwa 900 kg, von unserer Bettina nach Essen gebracht, wo ein Hundetransport des Tierheims Odena für den Verein „Initiative Familienhund“ erwartet wird. Zwei Tage später ist das Futter schon auf dem Weg nach Spanien und wird für die Erstversorgung der Hunde sorgen. Wir hoffen natürlich, dass sich die Lage in Odena entspannt und die Stadt ihren Zahlungsverpflichtungen möglichst bald nachkommt.

Auch hier bitten wir Sie, liebe Tierfreunde, ganz herzlich: Wenn Sie helfen möchten, wir nehmen Ihre Geldspenden mit dem Vermerk „Futter für Odena“ gerne entgegen und leiten sie umgehend weiter. Auch können Sie Futterspenden, jede Spende hilft, auch angebrochene Tüten, gerne samstags bei uns in Willich abgeben, oder aber auch an unserem Infostand, je nachdem, an welcher Veranstaltung wir gerade teilnehmen (siehe Homepage). Vielleicht denken Sie beim nächsten Einkauf für Ihr Haustier auch an die vielen Hunde und Katzen im Tierheim Odena und legen noch eine kleine Packung Futter mit in den Einkaufswagen.

Abends sitzen wir mit Andrea zusammen und natürlich dreht sich unser Gespräch um die Tiere. Sie erzählt uns einiges über die gesellschaftlichen Veränderungen in Spanien im Hinblick auf den Tierschutz und über die spürbaren Klimaveränderungen. Sie berichtet, dass im spanischen Fernsehen das Thema Tierschutz mehr und mehr aufgegriffen wird. In den Medien häufen sich die Meldungen über Tiermisshandlungen, die öffentlich kritisiert werden. Noch vor einigen Jahren hielten die Medien dies nicht für erwähnenswert. Hier ist das Nord- Süd- Gefälle aber deutlich spürbar. Während das katalanische Fernsehen häufiger über Tiertransporte etc. berichtet, findet man im Süden Spaniens in den Medien noch wenig Aufmerksamkeit für diese Thematik. Wer z. B. in Nordspanien einen Eimer Trinkwasser vergeudet, etwa um seinen Rasen zu wässern, wird mit einer hohen Geldstrafe belegt. In Andalusien ist das noch kein Thema.

Auch ein Hundetrainer ist im Fernsehen ganz populär und seine Sendung sehr beliebt. Dies hat viel Ähnlichkeit mit den deutschen Serien, in denen Hundetrainer die Besitzer auffälliger Hunde beraten. Dies zeigt deutlich, dass die Spanier anfangen sich Gedanken über ihre Haustiere zu machen und sie nicht einfach aussetzen oder umbringen, wenn es Probleme gibt. Andrea, die als Tierphysiotherapeutin arbeitet, merkt diesen Wandel deutlich. Da sind etwa die älteren Rentner, die nur wenig Geld besitzt, aber ihre alten Katzen bei ihr behandeln lassen. Oder der Fincabesitzer, der seinen geliebten Mischling therapieren lässt.

Das alles zu hören gibt uns Mut und Zuversicht bei unserer Arbeit in Deutschland. Denn nur durch eine Änderung im Denken kann den Tieren in südlichen Ländern dauerhaft geholfen werden, durch eine langsame, aber stetige Bewusstseinsänderung gegenüber dem Geschöpf „Tier“. An dieser Stelle noch einmal unser Dank an Andrea, die uns in Katalonien auf unserem Weg begleitet hat.

Tierheim "Odena"



"Affen aus dem Versuchslabor".................."es gibt viele Boxer im TH Odena"................


nach einem heftigen Regen...................... auf dem Weg nach Andalusien..............


Tierheim Granada (Albolote)

Die 3. Etappe führt uns, nach zwei verregneten Tagen, nach Andalusien. Dort besuchen wir Helga Giessler vom Tierheim Granada. Auch vor zwei Jahren waren wir bei ihr zu Besuch, allerdings noch im alten Refugio, das nun ein paar Meter abseits liegt. Helga erzählte uns damals schon voller Stolz, dass sie bald in ein neues Tierheim umziehen würden, raus aus der umgebauten Tötungsstation, die direkt neben einer Hühnerfabrik liegt. Jetzt, im Juni dieses Jahres, ist sie gerade dabei mit den Tieren in das neue Zuhause umzuziehen. Noch nicht alle Hunde sind ins neue Heim eingezogen, denn es müssen noch einige Zwinger gebaut werden. Vor vier Jahren, als mit den Stiftungsmitgliedern der Bau eines neuen Tierheimes geplant wurde, hatte man bei den Aufnahmekapazitäten schon statt der benötigten 100 Plätze mit 160 Hunden gerechnet. Doch leider ist das neue Refugio mit seinen 160 Plätzen schon voll belegt und alle Hunde, die nun noch gebracht werden, müssten eigentlich an der Eingangstür abgewiesen werden. Aber was bringt das? Doch nur weitere ausgesetzte oder getötete Hunde. Theoretisch dürfte das Tierheim die Aufnahme in so einem Falle verweigern, da es nicht städtisch ist. Das Tierheim Granada ist eine private Stiftung. Galgos wurden in diesem Tierheim bisher eher selten abgegeben, doch leider ist die Tendenz steigend: zurzeit sitzen vier Galgos im Tierheim Granada.

- Rey ist ein schwarzer, etwas rauhaariger und sportlicher Rüde von ca. 4 Jahren.

- Zeus ist ein heller Galgorüde mit Greyhoundeinschlag (ein so genannter Galgo anglaise), er wurde mit vielen Bissverletzungen aufgegriffen, die ihm die anderen Straßenhunde zufügten.

- Carolina ist eine etwa 10-jährige anhängliche Galga, die wohl in den letzten Jahren als Zuchthündin ausgebeutet wurde. Ein so hohes Alter erreichen die wenigsten Galgos in Spanien, es sei denn, sie sind noch zur Zucht tauglich und die Jäger lassen sie am Leben. Sie ist sehr dünn, aber bei dem Raubbau, der mit ihrem Körper betrieben wurde, kein Wunder.

Anmerkung der Redaktion: Inzwischen ist Carolina nach Norwegen ausgereist und lebt dort mit einem Rüden bei einer netten Familie.

- Saeta ist eine ca. 1 - jährige quietsch vergnügte schwarze Galga. Sie wurde von einem Polizisten gerettet, der beobachtete, wie Hundefänger der Stadt sie gerade ins Auto laden wollten. Der Polizist, der auch ab und zu im Tierheim Granada hilft, konnte die Tierfänger davon abhalten sie mitzunehmen. Er brachte Saeta ins Tierheim in Sicherheit.

- kommt in die Pflegestelle von Greyhound Protection -

Zu den Hundefängern ist noch zu sagen, dass es in Granada zwei Aufnahmestellen gibt, die die Tiere aufnehmen, für die Länge der vorgeschriebenen Frist aufbewahren und danach töten. Beide Perreras (Tötungsstationen) werden von der Stadt finanziert, d. h. die Stadt bezahlt ein Kopfgeld. Groteskerweise ist eine der Perreras auch gleichzeitig noch eine Hundepension. Hier geben Besitzer ihre Urlaubshunde gegen ein Entgeld ab, während im Nebenraum die „Todeskandidaten“ auf ihre Tötung warten. Leider stehen die Pensionen im Verdacht den Hunden, die von den Hundefängern gebracht werden, kein, oder nur sehr wenig, Futter zu geben, obwohl die Stadt dies finanziert. Diesem Gerücht geht eine Angestellte des Tierheims Granada gerade nach. Sollte es stimmen, so wird sie Anzeige erstatten.

Zum Tierheim Granada ist zu sagen, dass es leider nur eine fest angestellte Mitarbeiterin beschäftigt. Sie arbeitet Mo - Fr von 8 - 14.30 Uhr und bekommt 500 Euro. Alle anderen sind freiwillige und unentgeldlich arbeitende Mitarbeiter. Auch Helga Giessler, die die leitende Funktion hat, gehört dazu. Für mehr Festangestellte reicht leider das Geld nicht. Bei 160 Hunden und ca. 50 Katzen ist das unvorstellbar, denn freiwillige Helfer kommen und gehen verständlicherweise häufiger. Aber trotzdem kann man sagen, dass die Stiftung sich bemüht ein Vorzeigetierheim zu schaffen, in dem kleine Hundegruppen in großen Ausläufen ihre Tage verbringen können. Das Katzenhaus ist für die Samtpfoten mit sehr viel Liebe gebaut und eingerichtet. Versorgungsräume wie ein Wäscheraum, ein Büro mit Arzneimittelraum, eine Quarantänestation und ein Futterraum sind nun endlich auch vorhanden. Wünschenswert und dringend erforderlich wäre noch ein kleiner Klinikraum, bzw. das Equipment dafür, damit kleinere Operationen und Kastrationen vor Ort durchgeführt werden können. Leider betragen momentan die monatlichen Tierarztkosten ca. 3500 - 4000 Euro. Diese Unkosten könnte man mit einer eigenen kleinen Klinikstation reduzieren. Auch könnte man viel Zeit einsparen, da die Tiere nicht alle einzeln zum Tierarzt gefahren werden müssten. Die Räumlichkeit hierfür wäre im Tierheim schon vorhanden, ein sauber gefliester Raum. Vielleicht könnte man, wie bei Scooby, ausländische Tierärzte bitten zu kommen, um für eine gewisse Zeit zu helfen. Dies wäre Helgas größter Traum!

Aber auch ortsansässige Tierärzte könnten an bestimmten Tagen kommen und praktizieren, dies wäre immer noch billiger als die herkömmliche Alternative. Für dieses Projekt braucht das Tierheim folgende Einrichtungsgegenstände:

- OP - Tisch
- OP - Lampe
- OP - Besteck
- OP - Material wie Tupfer, Nahtmaterial, Handschuhe, Mundschutz, etc.

und eine Tierwaage.

Eine ausführliche Liste wird Helga uns in der nächsten Zeit zukommen lassen. Ja, und wenn die Tierarztkosten so gesenkt werden könnten, vielleicht bliebe dann etwas Geld übrig, um eine zweite Helferin fest anzustellen, was bei der Anzahl der Tiere und dem großen Gelände mehr als wünschenswert wäre. Bitte, wenn Sie in irgendeiner Weise dem Tierheim Granada helfen möchten wären wir Ihnen im Namen der Tiere sehr dankbar, denn diesem Tierheim sind wir seit Jahren verbunden und wissen, dass Ihre Hilfe in guten Händen ankommt.

Helga Giessler, Tierheim Granada, Erste Vorsitzende
Tel.: 0034 - 958-501 508
Fax: 0034 958 501 508
(nach der dt.-span. Ansage bitte eine Nachricht auf dem AB hinterlassen)
e-mail: helgagiessler@yahoo.es
Kontakte in Deutschland:
http://www.alterhundnaund.de/13717/home.html

Bankverbindung Tierheim Albolote
Internationale Bankverbindung
IBAN: ES87 2031 0051 1301 1543 3400,
BIC-SWIFT Code : CECAESMM031

(Bitte geben Sie den Verwendungszweck Ihrer Überweisung an, Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden).

Tierheim Albolote in Granada



"Tierheimgelände......"

"Katzenzimmer..........."

"Hunde....Hunde...wo man nur hinschaut, hier gibt es auch sehr viele kleine Hunde!"

"..............am Auge operierter Hund"

"Lagerraum ...(Futter etc...)

...........ja viele viele kleine und mittelgroße Hunde suchen dringend ein Zuhause!!!



Tierheimleiterin Helga Giesller mit einem Galgo.....

Galgo-Rüde Zeuss mit lieber Betreuung..... streunender Hund........



Camping bei Motril....auf dem Weg zur Rennbahn nach Humilladero....


Die 4. Etappe unserer Reise führt uns von Granada aus landeinwärts in das kleine Dorf Humilliadero. Wir hatten vor einiger Zeit im Internet gelesen, dass der örtliche Bürgermeister eine neue Touristenattraktion in seinem Dorf anbieten will: Die erste fest installierte Windhundrennbahn Andalusiens ist dort eröffnet worden. In der Presse stand: Die Anlage ermöglicht Rennen zu jeder Jahreszeit. So waren zu der Zeit, als wir recherchierten, Rennen für den 16.03., 04.04., 15.06., und für die darauf folgende Zeit geplant. Als wir in dem Dorf ankommen, sehen wir schon vom Ortseingang aus eine große Baustelle. Tatsächlich wird dort eine Sprintgerade von 800 Metzern gebaut, bzw. renoviert. Es ist eine Sandstrecke mit seitlich gepflasterten Streifen und Parkbänken für die Zuschauer. Ein Haus für das Wettbüro, auf dessen Dach ein gusseiserner Windhund mit einem Hasen zu sehen ist, wird neu gebaut. Wir vermuten, dass es vielleicht deshalb in der letzten Zeit vermehrt den Galgo espanol oder den Galgo inglese im Tierheim gibt, sozusagen die „Ausschussware“ der Jäger. Andere Galgo - bzw. Windhundrennen werden an 18 verschiedenen Orten in Spanien veranstaltet. Dies sind aber, unseres Wissens, freie Flächen oder freie Felder, auf denen solche Veranstaltungen stattfinden. Das letzte Windhundstadion wurde ja glücklicherweise vor 3 Jahren in Barcelona geschlossen. Somit hoffen wir, dass sich die Bahn in Humilliadero nicht rentiert und sich keine Nachahmer finden werden. Aber wenn man an die zahlreichen Stierkampfarenen in den Städten und Dörfern denkt,…


Rennbahn.....Bau einer geraden Strecke 800 m-Bahn!





Im Aufbau befindliche Rennbahn in Humilladero. ......Gebäudetrakt der Rennbahn mit Galgo auf dem Dach.


Marbella ist die 5. Etappe unserer Rundreise durch Spanien. Traurig und entmutigt fahren wir weiter zum örtlichen Tierheim von Marbella. Dort treffen wir uns mit Frau Fröhnike, die zuvor mit uns in Deutschland Kontakt aufgenommen hat, da man im Tierheim Marbella ab und zu Galgos aufnimmt, die aus der Tötungsstation in Cordoba kommen. Frau Fröhnike, die seit Jahren im Tierheim Marbella hilft und regelmäßig von Düsseldorf nach Marbella fliegt, zeigt uns ein „Vorzeigetierheim“. Bettina, die dort seit 10 Jahren fest angestellt ist, führt uns durch die Anlage und erklärt uns alles. So erfahren wir, dass die Stadt dem Tierheim das Gelände neben dem städtischen Schrott - und Müllplatz noch für 37 Jahre zugesagt hat. Frau Fröhnike macht sozusagen die „Charite“ des Tierheims. Sie sucht Sponsoren und Gönner in Deutschland und Marbella, was sie, wie wir sehen können, sehr erfolgreich tut. Das Tierheim ist zwar räumlich begrenzt, aber im Rahmen der Möglichkeiten optimal ausgenutzt und ausgebaut. Wir sehen eine kleine Klinik, ein Katzenhaus „vom Feinsten“ etc. Zurzeit werden 260 Hunde und 80 Katzen von 5 fest angestellten Mitarbeitern und einem Hausmeisterehepaar, welches auf dem Gelände wohnt, betreut. Leider müssen wir auch hier feststellen, dass für die Größe der Stadt Marbella auch das Tierheim größer ausgelegt sein müsste. Das Einzugsgebiet des Tierheims ist sehr groß, so dass alle aufgegriffenen Tiere dort untergebracht werden müssen. Aber durch gute Kontakte nach Deutschland, Schweden und Norwegen werden viele Tiere vermittelt. Trotzdem war man sehr überrascht, dass GPI selbstverständlich für die zwei Galgos und den einen Whippet, die wir übernommen haben, 160 € pro Hund bezahlt hat. Es scheint wieder einmal nicht selbstverständlich, dass die ausländischen Tierschutzorganisationen und Tierheime für die Unkosten aufkommen, die den spanischen Tierheimen durch die Aufnahme der Hunde entstehen. Dabei muss für die Tiere eine Auslösesumme bezahlt werden, will man sie aus der Tötungsstation in Cordoba herausholen. Auch darf ein Hund nur ausreisen, wenn er geimpft, gechipt und medizinisch untersucht ist. Kastration und Flug sind auch nicht kostenlos. Nur das „Amt des Flugpaten“ ist freiwillig und ohne finanziellen Aufwand. Aus kaufmännischer und sozialer Sicht ist uns solch ein Verhalten unverständlich, müssen die Adoptionseltern in den deutschen Tierheimen oder bei deutschen Tierschutzorganisationen doch auch eine Übernahmegebühr bezahlen.














Von Marbella aus fahren wir für einige Tage nach Tarifa, dem südlichsten Teil Europas, um uns dort mit unseren eigenen vier Hunden etwas zu entspannen und auch ihnen mehr Aufmerksamkeit zu geben. Denn für die vier ist die Reise bisher mit viel Fahrerei verbunden. So können wir uns gemeinsam am langen Sandstrand erholen. Tja, und wer kommt uns da an einem Tag entgegen? Zwei junge Spanierinnen mit ihren beiden Galgos aus dem Tierschutz!!! Dies freut uns sehr und die beiden Frauen sind sehr überrascht zwei Deutsche mit spanischen Galgos anzutreffen.






Entlang der portugiesischen Grenze fahren wir nach diesen erholsamen Tagen in nördliche Richtung nach Caceres, unserer 6. Etappe. Die Fahrt gefällt uns nicht nur wegen der landschaftlichen Schönheit, wie die ganze bisherige Tour, sondern wir sind begeistert so viele Störche zu sehen. Entlang der Autobahn sind Nisthilfen aufgestellt und am Horizont sieht man Greifvögel vor der Kulisse der Berge. Dies wundert uns heute nicht mehr, denn wie die meisten Menschen wussten wir nicht, dass es in Spanien die meisten Vogelarten Europas gibt.

Tierheim Cacerres

In Caceres treffen wir uns mit der Tierheimleiterin Isabell. Sie hat mit einer kleinen Gruppe von Helfern die städtische Perrera renoviert und alles tipp topp in Stand gesetzt. Klein aber fein ist die jetzige Perrera. Sie besteht aus 23 Zwingern, einem Bürogebäude, einem Wäscheraum und einem Futterraum. Ein fest angestellter Helfer, der täglich für einige Stunden dort arbeitet, und 5 freiwillige Helfer versorgen zurzeit 63 Hunde und 3 Katzen. Isabell arbeitet dort im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten. Eine kleine Gruppe von Mitgliedern und Sponsoren versorgt die Hunde und versucht sie alle in gute Hände zu vermitteln. Hauptvermittlungsländer sind Deutschland und Holland. Allerdings gehört die Perrera noch der Stadt und es wird mit allen Mitteln versucht, keine Hunde einzuschläfern. Man ist bemüht sich mit den Behörden zu arrangieren und möglichst schnell gute Adoptionsfamilien zu finden. Isabell und ihre Mitstreiter versuchen Spendengelder aufzutreiben, damit die Tiere, wenn ihre Anzahl zu groß wird, vor dem Mitspracherecht der Stadt geschützt, und somit vor dem Tod durch Einschläfern bewahren werden können. Als wir dort sind, gibt es in der Perrera einen Greyhoundrüden, der lange auf der Straße lebte, bevor die Helfer ihn einfangen konnten. Er ist leider durch seine Krankheit (Leishmaniose) sehr geschwächt, medikamentös aber gut eingestellt und versorgt. (Anmerkung der Redaktion: Er durfte inzwischen zu einem Tierschutzverein in der Schweiz ausreisen, der sich um Windhunde kümmert.) Eine junge Galgohündin und viele andere Hunde der unterschiedlichsten Rassen warten noch im Tierheim von Caceres auf ein neues Zuhause. Schauen Sie doch mal auf die Homepage des Tierheims: www.protectoracaceres.com und machen Sie auch Freunde und Bekannte darauf aufmerksam, dass man in spanischen Tierheimen wunderschöne und liebenswerte Hunde finden kann.

Neben Geldspenden:

(Bankverbindung des Tierheimes Caceres)
Cacereña proteccion animal
IBAN: ES0420990296080070018308
BIC: CECAESMM099

werden auch noch folgende Sachspenden dringend benötigt:

- Futter
- Mittel gegen Parasiten
- Allopurinol
- Doxycylin



Greyhound und Galgo-Mädchen noch einmal außerhalb der Zwinger

Gang und Wäschekammer im Tierheim

kleiner Ratenero und Collie-Mix im Zwinger






Galgos-Mädchen im Zwinger

Gang durch das Tierheim Caceres gemeinsam mit Isabell

Büro im Tierheim Caceres...................... frisch operierter Hund

Büro TH Caceres und Aussengehege


Tierheim "Scooby"

Die 7. Etappe unserer Spanienrundreise ist Medina del Campo. Mit dem Tierheim Scooby in Medina del Campo steuern wir die letzte Station unserer Reise an, bei der wir fast einmal Spanien umrundet haben. Ich bin vor drei Jahren das letzte Mal dort gewesen, mein Mann vor fünf Jahren. Wir sind beide sehr beeindruckt von den vielen Veränderungen, die in den letzten Jahren statt gefunden haben. Die baulichen Veränderungen auf dem Scoobygelände und die vielen verschiedenen Tiere, die inzwischen dort eine Heimat gefunden haben, nicht nur Nutztiere, sondern auch Waschbären, Vögel etc., sind beeindruckend. Unser Hauptanliegen sind natürlich die Windhunde. Von den rund 400 Hunden, die zurzeit in Scooby leben, sind etwa 320 Hunde Galgos, die auf ihre Vermittlung warten. Wir versuchen uns alle Hunde anzusehen und den einen oder anderen für eine Übernahme in unsere Pflegestelle vorzumerken. Aber Sie können sich sicher vorstellen, dass man bei dieser Anzahl von Windhunden hart mit sich kämpfen muss, sowohl mit dem Verstand, als auch mit dem Herzen, denn jeder von diesen Hunden hat ein Recht auf ein gutes Zuhause, bzw. auf eine dauerhafte liebevolle Bleibe. Nach unserem zweitägigen Aufenthalt bei Scooby fragt uns Fermin Perez, der Leiter des Tierheims, natürlich, welche Hunde auf dem Transport in der nächsten Woche für GPI mitfahren dürfen. Es sind noch einige Plätzchen frei, nachdem die holländischen und belgischen Vereine ihre „Hundewünsche“ geäußert haben. Am liebsten würden wir allen Hunden die Ausreise ermöglichen. aber leider können wir uns nur für zwei entscheiden, da auf der Pflegestelle in Deutschland noch Hunde sehnsüchtig auf ein endgültiges Zuhause warten. So entscheiden wir uns für den riesengroßen weißen Galgorüden Caballo, der schon sehr lange bei Scooby auf seine Reise wartet, und eine kleine alte Galgo - Lady. Caballo war der erste Hund, der uns bei unserer Ankunft im Tierheim begrüßte und uns nun entweder hinterherläuft oder wenigstens beobachtet. Vor allem meinen Mann lässt er kaum aus den Augen. Mir hat es die kleine Galga angetan. Es beeindruckt mich, wie sie in ihrem großen Freilaufgelände steht und sich kaum bewegt. Und wenn, dann nur um sich an mein Knie zu drücken. So kommt Chica auch auf unsere Liste, zumal sie auch noch eine faustgroße Fleischwunde auf Rippenhöhe hat. Wir finden, dass sie endlich ihre Chance verdient hat und auch ein warmes, kuscheliges Sofaplätzchen bekommen muss.

Nach unserer dreiwöchigen Rundreise mit vielen, vielen Eindrücken machen wir uns auf die Rückreise nach Deutschland. Die ca. 2 200 Augenpaare werden uns in unseren Gedanken noch lange begleiten. Sie sind der Ansporn für unsere Arbeit in Deutschland, denn wir wollen helfen und die Spanier nicht vergessen. Mit neuen Ideen und Projekten kehren wir wieder an unsere Arbeit bei GPI zurück. Wir zählen dabei auch auf die Hilfe der Menschen, die gemeinsam mit uns Aktiven etwas dazu beitragen wollen, die Situation der geschundenen Kreaturen zu verbessern. Jede Seele zählt, jede helfende und jede, die Hilfe benötigt!!!

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Ihre

Nina Jordan







Esel wird beschlagen....

Scooby-Gelände

rechts....Futtertrog.........

sie warten auf Ihre neue Zukunft......



















links.....Tuco, mittlerweile in Deutschland bei "Boxerhilfe".....

Esel, Ziegen....Großvieh

Schweine und Waschbär

Hunde im Auslauf Scooby

gespendete Wage von GPI.......Medikamenten-Raum


2. OP- Raum.......

medizinische Materialspenden

Quarantänestation Scooby

viele wartende Hunde. u.a. rechts Caballo, der Junge wurde in die Schweiz vermittelt


Tierklinik nur für Galgos! Die Jäger gehen mit ihren Hunden in diese Klinik
(Medina del Campo)