Was geschah 2011 in der Greyhoundindustrie? Ein kritischer Jahresrückblick

von Greyhound Safe

Sowohl für die Gegner der Greyhoundindustrie, unermüdlich arbeitende Aktivisten, Campaigner, Tierschützer und Adoptionsstationen weltweit, als auch für die Befürworter des Greyhoundrennsports wird das neue Jahr wie gehabt seinen Lauf nehmen. Leider bleibt alles beim Alten, auch wenn immer mehr Greyhoundtrainer auf den Britischen Inseln aufgeben. Niemand vermag vorauszusagen, was 2012 für die gesamte Anti-Rennsportbewegung an Neuem bereithalten mag, was geschehen wird auf den Rennbahnen, was erdacht wird in Vorstandsetagen. Doch viele Hilferufe und daraus resultierende Protestaktionen des vergangenen Jahres werden auch in 2012 nicht an Brisanz verlieren.
Zweifelsohne ist 'The China Deal' nicht ausgestanden. Der halbstaatliche IGB strebt nach wie vor Geschäftsverbindungen mit der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China an: „Das Potential steckt in Exportgeschäften, Tourismus und dem Aufbau einer Greyhoundindustrie in China und anderswo.“ Derzeit wird nach Absatzmöglichkeiten gesucht, die abseits der Finanzierung durch die irische Regierung möglich sind, wie z.B. die Vermarktung der weltweiten Bild- und Wettrechte mit SIS.
Gleichzeitig sieht der selbstregulierte britische Dachverband GBGB, der sich der Unterstützung seitens einiger Mitglieder des Parlaments erfreut, nach einem dramatischen Rückgang der Finanzierung während der vergangenen drei Jahre für 2012 einem ‚stabilisierten’ Budget entgegen, bei dem der ‚Tierschutz’ angeblich immer eine große Rolle spielen soll – die Zahl ausgesetzter Windhunde hingegen wächst kontinuierlich.
Die Pläne hinsichtlich der Nachnutzung von Walthamstow für Bauvorhaben (auf dem Gelände der alten Rennbahn 'old Stow’ in Nordost-London) bedürfen noch einer Zustimmung bzw. Ablehnung. Während der Befürworter des Greyhoundrennsports, Geschäftsmann Bob Morton damit fortfährt, seine und die Wünsche der ‚Anhängerschaft des Rennsports’ voranzutreiben, den Rennsport zurück nach Walthamstow zu bringen, wird darüber berichtet, dass zwei Trainer (von denen einer an der Rennbahn in Henlow arbeitet, die teilweise Morton gehört), aufgrund einer ‚ungewöhnlichen Leistungssteigerung’ der Rennhunde Untersuchungen seitens des Dachverbandes zu erwarten haben. Zudem warten drei Greyhounds IMMER NOCH auf ein Zuhause – und das seit der Schließung des ‚Stow’ im Jahr 2008! FaceBook-Nutzer können sich über Say NO to the 'STOW' informieren.
Greyhound Safe (GS) ist es ein besonderes Anliegen, bei den Ratsmitgliedern der Städte Reading und Oxford ein Bewusstsein für die Gewalt zu schaffen, der Greyhounds auf Rennbahnen ausgesetzt sind. Trotz der Zustimmung, in Reading eine neue Greyhoundrennbahn zu errichten, schrieb der zuständige Sachbearbeiter, Andrew Chugg, an GS: „Auch wenn ich für Ihre Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes Verständnis zeige, sind solche Dinge nicht ausschlaggebend für eine Baugenehmigung.“ Er gab zu, keine Kenntnis darüber zu haben, ob das Bauland (für das sog. Reading Racino) Stadia UK Ltd. oder der Gemeinde Reading gehöre (!). Der Stadtrat der Gemeinde Oxford hat Pläne ad acta gelegt, die Rennbahn für neues Bauland abzureißen.

GS wird im Neuen Jahr weiterhin intensive Gespräche mit der irischen Hilfsorganisation Bothar führen, die im Dezember 2011 einen ‚Abend im Stadium’ als Fundraiser angeboten hatte. Bothars Antwort hinsichtlich der Protestaktion war, dass man „überhaupt keine Ahnung von der ganzen Sache gehabt habe“, und dass man zu der Meinung gekommen sei, „dass alle möglichen Betrachtungsweisen genauer geprüft werden müssten (…) und dass dies im neuen Jahr erfolgen werde.“ So wurde hier vielleicht genug Bewusstsein hinsichtlich zukünftiger Fundraising-Aktionen erzeugt.

Im September 2011 startete eine umfangreiche Protestaktion gegen die Reklame und Unterstützung, die die Rennindustrie seitens der BBC in einem Programm der Sendestation Radio 5 Live mit Collin Murray erfuhr. ShowMe TheBunny, bekam ihren Namen von den Zuhörern der Sendung. Der Sendeplatz wurde schnell wieder aus dem Programm gestrichen, doch die Hündin rennt immer noch im miserablen Owlerton Stadium in Sheffield um ihr Leben. Die Protestaktion schuf immerhin genug Handlungsbedarf für die BBC. Genauso zwang eine andere Protestaktion ein Auktionshaus, die Auktion eines 17 Monate alten Greyhounds zurückzuziehen.

2011 wurde die Hasenhatz (Hare Coursing) in Nordirland gesetzlich verboten und im kommenden Jahr wird eine Eingabe seitens eines Parlamentsmitglieds ein gesetzliches Verbot der Hasenhatz in Irland zu erwirken versuchen. Bitte unterstützen Sie diese Protestaktion, damit ein solches Verbot umgesetzt werden kann.

Unsere Freunde von GREY2K USA setzen ihre harte Aufklärungsarbeit fort, um die Schliessung weiterer Greyhoundstadien in Amerika zu erreichen. Es gibt Bestrebungen hinsichtlich einer Gesetzesvorlage, das die Durchführung von Greyhoundrennen in Florida (13 Hunderennbahnen) als Grundbedingung für den Erhalt einer Wettlizenz abzukoppeln, „Einige Rennbahnen lassen nur deswegen Hunderennen stattfinden, damit die anderen Wettgeschäfte betrieben werden dürfen. Zwischen 2004 und 2010 fiel der Anteil des Wettgeschäftes durch Hunderennen um 35%; die Zuschauerzahlen sanken um 69%.“ Dies bedeutet, dass viele amerikanische Greyhounds für ein zunehmend kleiner werdendes öffentliches Interesse Gewalt ausgesetzt sind. GREY2Ks Protestaktion, die vom Hauptgeschäftsführer der amerikanischen Tierschutzorganisation ASPCA  unterstützt wird, wird zur Schließung weiterer Hunderennbahnen in den USA führen. Protestaktionen von GREY2K haben auch zu einem erhöhten Bewusstsein hinsichtlich des Greyhoundrennens in Macau geführt, hier sei insbesondere die Protestaktion Rescue Brooklyn in Zusammenarbeit mit Animals Australia erwähnt.

Bitte vergessen Sie auch nicht das Elend der Galgos in Spanien. (zusätzl.Videolink) und informieren Sie sich darüber, wie sie helfen können, auf den folgenden Webseiten: galgonews.com und greyhoundsrescue.org.

Sowohl für das vergangene Jahr als auch für das neue Jahr 2012 ist die Schaffung von Bewusstsein der Schlüssel.
Wir bitten Sie, sich an den laufenden Protestaktionen zu beteiligen, und, um es leider vorwegzunehmen, auch an denen, die kommen werden. Bitte denken Sie immer daran, Protestaktionen weiterzuverbreiten (Webseiten, soziale Netzwerke, etc.). Damit verhelfen Sie zehntausenden von Greyhounds zu einer Stimme, die jedes Jahr nur zum Nutzen der Rennindustrie verschlissen werden.
Greyhounds sind so viel mehr als nur ein Kreuzchen auf einem Formular, was man einfach anklicken kann, um sie zu entsorgen.

Bitte beachten Sie auch die Protestarbeit unserer Freunde weltweit. Diese Menschen sind es, die überall auf der Welt für die Greyhounds kämpfen.

Kommen Sie gut in und durch das Jahr, das vor uns liegt.
Und da wären noch zwei Sachen! Schauen Sie sich einmal dieses wunderbare kleine Video an...und..oh ja, dieses Buch (FaceBook Link) 'Travelling Companions-The Story Of A Love Denied' von Roberta Mombelloni. Sie schreibt: „Es war zumeist schmerzhaft, das Leid zu beschreiben, dem diese Hunde ausgesetzt sind, denn ich fühle solch eine Verbundenheit mit ihnen, dass es auch mein eigenes Leid ist.”
Bitte bleiben Sie aktiver Teil der Bewegung, indem Sie auf E-mail Alerts reagieren und Protestaktionen unterzeichnen – entweder im Greyhound Safe Blog oder via Greyhound Safe FaceBook.


Anmerkung der Übersetzerin: GPI berichtete bereits am 06.Mai 2011 über ein geplantes Joint-Venture des irischen Rennsportdachverbandes, Irish Greyhound Board, kurz IGB, mit China, wodurch der IGB sich exklusive Absatzmärkte für Windhunde sowie die Exklusivvermarktung des know-hows für den Aufbau der gesamten Infrastruktur gesichert hätte, die zum Betreiben von Greyhoundstadien und Wettgeschäften nötig ist.