Abdeckerei beseitigt lästige Windhunde für 20 Pfund
Aus: Sunday Times

2. November 2008

Abdeckerei beseitigt lästige Windhunde für 20 Pfund

Matt Waller von der Firma Holts in Hertfordshire sagt, die Hunde zu töten – die nur ein Tierarzt einschläfern darf – war Routine.

Von Daniel Foggo

EINE ABDECKEREI, die die Windhund-Industrie mit Fleisch versorgt, hat noch einen Nebenverdienst durch das Schlachten von Hunden, die nicht mehr schnell genug sind, um Rennen zu laufen.

Eine Untersuchung hat ergeben, dass Holts, ein Unternehmen in Hertfordshire, das seit 100 Jahren als Schlachthof betrieben wird, zum Preis von je 20 Pfund untaugliche Windhunde mit einem Bolzenschussgerät tötet und die Tierkörper anschließend entsorgt.

Mitarbeiter berichteten, dass sie dies für „eine ganze Reihe von Hundetrainern“, die die Abdeckerei allwöchentlich besuchten, getan hätten. „Es gibt ne Menge Durchlauf“, sagte einer. Die Tierkörper werden verbrannt.

Pferdefleisch aus der Schlachterei der Firma wird als Hundefutter an die Trainer verkauft. Holt rühmt sich damit, dass unter den von ihr versorgten Hunde regelmäßig Champions seien. Dazu gehört auch ein früherer Gewinner der Trophäe „Windhund des Jahres“.

Ein Reporter, der verdeckt recherchierte, erfuhr, dass es bei Holts „kein Problem“ gewesen sei, Windhunde zu töten, für die einfach kein Platz mehr war.

„Das machen wir für nicht wenige Windhundtrainer so“, sagte Alan Waller, der Betreiber der Abdeckerei. „Wir nehmen 20 Pfund pro Hund. Das ist besser als der Tierarzt.“

Der Reporter erhielt von den Mitarbeitern außerdem Fleisch. Laut Ministerium für Umwelt, Ernährung und Landwirtschaft (Defra) ist es Abdeckereien gesetzlich verboten, Tierfutter an Personen weiterzugeben, die keine Genehmigung des Instituts für Tiergesundheit, einer Behörde des Ministeriums, haben.

Die Regeln der Windhund-Industrie schreiben vor, dass Hunde nur als äußerstes Mittel getötet werden dürfen, und wenn, dann nur durch einen Tierarzt, der dafür ungefähr 60 Pfund verlangt.

Das Befinden der Windhunde erlangte nationale Aufmerksamkeit, als die Sunday Times im Jahr 2006 aufdeckte, dass David Smith, ein Baustoffhändler aus Seaham, County Durham, Tausende von ungewünschten Windhunden für deren Trainer getötet hat.

Lord Lipsey, Labour-Abgeordneter und Vorsitzender des britischen Windhund-Rennverbandes, sagte damals, dass es sich dabei um einen „Einzelfall“ gehandelt habe.

Trotzdem, und ungeachtet einer radikalen Umstrukturierung der Industrie, nimmt das Töten kein Ende.

Ein verdeckt recherchierender Reporter wendete sich an Holts, nachdem er einen Tipp bekommen hatte, dass der Familienbetrieb routinemäßig Windhunde der nahe gelegenen Rennstrecken schlachtet.

Wallers Sohn Matt äußerte sich über seine Methode. Er sagte: „Einer von uns hält das Tier fest, während der andere es erledigt. So bleibt einem erspart, so etwas tun zu müssen, denn das ist nicht gerade der angenehmste Job der Welt.“

Weiter sagte er: „ Wir nehmen nichts dafür, sie zu töten, sondern berechnen nur die Entsorgung. Das Töten ist kostenlos. Das kostet uns nur ein paar Cent.“

Auf einem Schild vor der Abdeckerei – außerhalb der Ortschaft Stanstead Abbots an einem einsamen Weg gelegen – rühmt sich die Firma, dass Fire Height Dan, Windhund des Jahres 2004, mit ihrem Fleisch gefüttert wurde.

Die Mitarbeiter berichten, dass sie normalerweise „gefallene Bestände“ wie tote oder verkrüppelte Pferde angenommen und das Fleisch später an Windhundtrainer und Zoos verkauft hätten. Alles, was nicht mehr als Tierfutter geeignet war, wurde vor Ort verbrannt. Das Einäschern der Tiere war ein „Spezialgebiet“.

Matt Waller sagte: „Alle Hundebesitzer kamen zu uns ... sie sind überall – Peterborough, Southend. Sie kommen von weit her, weil es nicht so viele Betriebe wie unseren gibt heutzutage.“

Das Töten der Hunde war Routine. „Einige der Windhundtrainer töten sie selbst, alte Tiere oder welche mit Sehnenproblemen oder kaputtem Sprunggelenk oder was auch immer, sie erledigen sie selbst. Kein Problem, das macht uns nichts aus.“

Eine RSPCA-Sprecherin sagte: „Wieder einmal zeigt sich, dass die Hunde ausgenutzt werden und dann einfach entsorgt werden von der Industrie, die sie wie Wegwerfartikel statt wie fühlende Tiere behandelt, für die sie verantwortlich ist.“

Einem Journalisten entgegnete Alan Waller: „Windhundtrainer entsorgen ihre Hunde einfach, wenn sie von keinem Nutzen mehr sind und sie sie nicht mehr unterbringen können. Das passiert einfach so in einem Geschäft, in dem es am Ende eines Tages zu viele Hunde gibt und zu wenig Platz, sie alle unterzubringen.“

„Wir sind vom Gesetz her dazu berechtigt, Hunde zu töten und sie zu entsorgen. Viele sind es aber nicht.“

„Alle Trainer müssen dazu berechtigt sein, Fleisch von uns zu beziehen. Wir dürfen kein Fleisch an jemanden verkaufen, der nicht eigens geprüft und lizenziert ist.“

Ein Defra-Sprecher bestätigte, dass es nicht verboten sei, Hunde mit dem Bolzenschussgerät zu töten.



From The Sunday Times
November 2, 2008

Knacker’s yard disposes of unwanted greyhounds for £20

Matt Waller of Holts in Hertsfordshire said killing the dogs - supposed to be put down only by a vet - was routine

Daniel Foggo

A KNACKER’S yard that supplies meat to the greyhound racing industry also has a sideline in slaughtering dogs that are no longer fast enough to race.

An investigation has found that Holts, a company in Hert-fordshire that has been slaughtering animals for 100 years, charges £20 each to put down unwanted greyhounds with a bolt gun and dispose of them.

Staff said they did it for “quite a few trainers”, who visited the yard most weeks. “We shift a fair bit of stuff,” said one. The corpses are incinerated.

Horse meat butchered on site is sold to the trainers as dog-food. Holts boasts that dogs fed on its flesh have gone on to become champion racers. They include a former winner of Greyhound of the Year.

An undercover reporter was told by Holts it was “no problem” to put down greyhounds that he simply no longer had room for.

“We do it [putting dogs down] for quite a few of our greyhound trainers,” said Alan Waller, who runs the knacker’s yard. “We charge £20 for a dog. It’s better than the vet.”

The reporter was also provided with meat by his staff. The Department for Environment, Food and Rural Affairs (Defra) said it was illegal for knacker’s yards to supply animal feed to anyone who had not been approved to receive it by Animal Health, a Defra agency.

Greyhound industry rules state that dogs should be put down only as a last resort and always by a vet, who would charge about £60.

The issue of greyhound welfare was given national prominence when The Sunday Times revealed in 2006 that David Smith, a builders’ merchant in Seaham, Co Durham, had killed thousands of unwanted greyhounds for trainers.

Lord Lipsey, the Labour peer, who is chairman of the British Greyhound Racing Board, said afterwards that it had been an “isolated case”.

However, despite a wide-scale reorganisation of the industry, the killing continues.

An undercover reporter contacted Holts after receiving a tip-off that the family-run business was routinely slaughtering unwanted greyhounds from nearby tracks.

Waller’s son, Matt, described his methods. He said: “One [of us] can hold it while one does it. It saves you doing anything like that, because it’s not the nicest job to do.”

He said: “We don’t charge to put them down, we just charge for the disposal. The putting down side of it is free. It just costs us about 2p to do it.”

A sign outside the knacker’s yard – down an isolated track outside the village of Stanstead Abbots, near Ware – boasts that Fire Height Dan, greyhound of the year in 2004, was raised on its meat.

Staff explained that they typically took in “fallen stock” such as dead or crippled horses before selling the meat to greyhound trainers and zoos. Anything unfit for animal consumption was incinerated on site. Cremating animals was “a speciality”.

Matt Waller said: “All the owners come to us . . . they are all over the place – Peterbor-ough, Southend. They all come from miles away [because] there’s not many places round like us any more.”

Killing the dogs was a matter of routine. “A few of the greyhound trainers bring them down, old ones or ones that have done a tendon or hock [part of the leg] or whatever, they bring them down. It’s no problem, we don’t mind.”

An RSPCA spokeswoman said: “Once again, it seems that dogs are being chewed up and spat out of an industry which ultimately treats greyhounds as disposable commodities rather than sentient animals for which it is responsible.”

When confronted by a journalist Alan Waller said: “Greyhound trainers basically just get rid of their dogs when they are no longer any use to them and they can’t rehome them. It’s just one of the things that happens in an industry where there’s too many dogs at the end of the day and they can’t rehouse them all.

“Under our licence it is perfectly legal to put dogs down and dispose of them. We don’t do many of them.

“All the trainers have to be licensed to be able to purchase meat from us. We can’t sell out any meat from us to anyone who isn’t specifically vetted and licensed.”

A Defra spokesman confirmed that killing dogs with a bolt gun was not illegal.