| Das glückliche Rentnerdasein der Greyhounds ist ein Mythos |
| The Times, 22. Oktober 2003 - von Lewis Smith Eine Studie hat herausgefunden, daß bis zu 12.000 Greyhounds jährlich am Ende ihrer Rennkarriere ausgesetzt oder getötet werden. Tierschutzorganisationen sagen, daß diese Studie die ersten zuverlässigen Zahlen darüber liefert, was mit den Hunden geschieht und macht dem Mythos, daß die meisten als Haustiere in den Ruhestand gehen, ein Ende. Das Aussetzen und die Abschlachterei waren so üblich, daß das Schicksal der Greyhounds „ein Hauptproblem im Tierschutz war“, sagt der Bericht der „National Assembly for Wales“. Es gab unverzüglich Aufrufe an die gesetzgebenden Behörden, den unabhängigen Industriezweig der Greyhound-Rennen zu überwachen und strikte Richtlinien im Umgang mit den Hunden zu treffen. Nachforschungen ergaben, daß jährlich zwischen 8.000 und 12.000 Greyhounds abgeschlachtet oder ausgesetzt werden, während nur geschätzte 2.800 gerettet oder von den Behörden beschlagnahmt werden. Die Kosten für den Steuerzahler werden jährlich auf 600.000 £ geschätzt, mit Lurchern (eine Greyhoundkreuzung, die als Arbeitshunde verwendet werden) kostet das weitere 1.35 Millionen £. Bis zu 30.000 Greyhounds beendet jedes Jahr ihre Rennkarriere und die Tierschützer glauben schon lange, daß viel ausgesetzt oder getötet werden. Die Studie schließt mit den Worten: „Eine große Anzahl von Greyhounds und Lurchern werden ausgesetzt, sobald sie nicht mehr von Nutzen sind. Die Studie zeigt, daß das Argument, daß die meisten von ihren Besitzern als Haustiere übernommen werden, nicht aufrechterhalten werden kann.“ Alan Thomas von der Tierschutzorganisation „Greyhound Rescue Wales“, sagt, die gängigsten Methoden ungewollte Hunde zu töten sei, sie zu erschießen oder totzuschlagen. Einigen Leichen wurden die Ohren abgehackt, um eine Identifizierung zu verhindern. Lorraine Barret, Vorsitzende von Assembly's All Party Group for Animal Welfare, die die Studie durchführen ließ, sagte: " Dieser Bericht ist die Bestätigung der schrecklichen Wahrheit, die wir seit einigen Jahren vermuten". David McDowell von der RSPCA sagte: " Es gibt keine Rechtfertigung für das Aussetzen oder Töten dieser Tiere, nur weil sie ihren Job nicht mehr erfolgreich ausüben können. Ein Tier sollte sein ganzes Leben lang unter der Verantwortlichkeit seines Besitzers stehen, nicht nur bis sie das Ende ihrer Nützlichkeit erreicht haben. Es ist zwingend erforderlich, daß die Greyhoundindustrie letztendlich zugibt, daß es ein Problem gibt, daß sie mit den Tierschutzorganisationen zusammenarbeitet und Lösungen findet. Das ist eine dringliche Angelegenheit. Greyhound Rennen unterteilen sich in den überwachten, registrierten Zweig mit 31 Bahnen in Großbritannien und den nicht überwachten, unabhängigen Zweig mit 21 Bahnen. Der unabhängige Bereich wurde für die Kritik dieses Berichts ausgewählt. Die Repräsentanten der Greyhound-Industrie wehren die Schätzungen über die Zahlen der getöteten und ausgesetzten Tiere als "maßlos übertrieben" ab. Jeff McKenna sagt zu den Zahlen der unabhängigen Bahneigner: "Der einzige Grund für Euthanasie ist, wenn ein Hund schwerst verletzt ist. Die Mehrzahl der Besitzer, die ihre Hunde auf den unabhängigen Bahnen laufen lassen, betrachten sie als Teil der Familie. Das ist der ganze Unterschied zu den unabhängigen Rennbahnen. Sie sind ein Teil der Familie und nicht nur Rennmaschinen". Emma Johns vom „British Greyhound Racing Board“, einer Dachorganisation für registrierte Rennbahnen, sagt, daß die Organisation mit Tierschutzgruppen in Kontakt war, um die Hunde zu schützen, insbesondere mit dem „Greyhound Trust“, der Tiere im Ruhestand vermittelt. "Niemand kann sagen, daß keine Fortschritte gemacht werden, wir haben bereits viele gemacht". Forscher schätzten die Anzahl von Greyhounds, die ausgesetzt und / oder getötet werden, nachdem sie eine Umfrage bei den örtlichen Behörden durchgeführt hatten. Das ursprüngliche Ziel dieser Umfrage war es, die Anzahl von Greyhounds festzustellen, die in eine Auffangstation kommen, nachdem sie ausgesetzt aufgefunden wurden. Kommentar von Greyhound Action Die wirkliche Zahl ist tatsächlich höher als 12.000, wenn man die Tausende von Welpen und jungen Hunden betrachtet, die von der Rennindustrie entsorgt werden, noch bevor sie es bis auf die Bahnen schaffen. Eine solche Untersuchung ist deshalb sehr nützlich und notwendig, da man sieht, daß die Greyhound Rennindustrie keine Zahlen über die ausgesetzten und getöteten Hunde veröffentlicht (warum wohl?). Wir würden eine "Gesetzgebung zur Überwachung der unabhängigen Greyhound Rennen und der Greyhoundindustrie, mit strikten Richtlinien zur Behandlung der Hunde" begrüßen, aber dies trifft nicht die Wurzel des Problems, da kommerzielle Greyhound Rennen zwangsläufig die Nachfrage nach einer großen Anzahl von gezüchteten Hunden verursachen. Die meisten dieser Hunde werden damit enden, daß sie eingeschläfert werden oder Schlimmeres erleiden müssen, weil es einfach kein Zuhause für sie geben wird, wenn sie den Anforderungen der Greyhound Rennindustrie nicht mehr entsprechen. Die einzige Gesetzgebung, welche die Hunde schützen könnte, wäre das gesetzliche Verbot kommerzieller Greyhound Rennen. Der Bericht kritisiert die unabhängigen Bahnen - und in der Tat tragen sie Schuld an einer beträchtlichen Anzahl von getöteten und leidenden Greyhounds. Aber es sind die registrierten Bahnen, die größtenteils für die Massenabschlachtungen dieser wundervollen Hunde verantwortlich sind. Das liegt an den 31 vom National Greyhound Racing Club lizensierten Bahnen, die in größerem Ausmaß als die unabhängigen Bahnen arbeiten, und so die große Nachfrage nach gezüchteten Greyhounds verursachen. Zusätzlich sind die meisten Hunde, die auf unabhängigen Bahnen laufen, solche, die ursprünglich gezüchtet wurden, um die Nachfrage im registrierten Bereich zu decken, den Anforderungen aber nicht gerecht wurden. In vieler Hinsicht ist das Problem der ausgesetzten Lurcher schwerwiegender, als das der Greyhounds. Größtenteils würde das Abschlachten und Aussetzen der Greyhound wahrscheinlich ein Ende haben, wenn Rennen und Coursing verboten wären. Aber der Gebrauch von Lurchern ist viel schwieriger zu überwachen, da es in einer weniger organisierten und offensichtlichen Weise erfolgt. Wir würden es begrüßen, wenn der absichtliche Einsatz von Hunden um ein anderes Tier zu jagen oder zu töten verboten würde. Dies würde die Arbeit der Lurcher ungesetzlich machen und die Nachfrage nach der Züchtung dieser Hunde um einiges reduzieren. Dies wäre jedoch wesentlich schwieriger durchzusetzen als das Verbot von Greyhound Rennen, hätte aber( nichts desto trotz) natürlich den positiven Effekt, auch wild lebende Tiere zu schützen. Nach unseren Informationen glauben wir, daß das Erschießen "ungewollter" Greyhounds durch Trainer und andere, die mit der Rennindustrie in Verbindung stehen, weit verbreitet ist. Vor noch gar nicht langer Zeit wurden in Oxfordshire und North Warwicks Gruben entdeckt, die voll mit Kadavern erschossener Greyhounds waren. Von anderen Fällen haben wir gehört, sie sind jedoch schwer zu beweisen, weil die Kadaver auf privaten Grundstücken verscharrt wurden. Wenn ein Gesetz verabschiedet würde, durch das alle Greyhoundeigner für ihre Hunde lebenslang verantwortlich wären und diese Verantwortung nicht beim Ende ihrer Rennkarriere aufhören würde, könnte dies praktisch das Ende des kommerziellen Greyhound Rennens bedeuten. Weniger Menschen würden sich einen eigenen Rennhund halten, wenn sie wüssten, daß sie für den Hund viele Jahre nach Beendigung seiner Rennkarriere sorgen müssten. Wir sind der Meinung, daß ein striktes Verbot kommerzieller Greyhound Rennen die bessere und leichter durchzusetzende Lösung wäre. Wir möchten die Aussage, die Mehrzahl der unabhängigen Eigner würde ihre Hunde als Teil der Familie betrachtet, diskutieren. Um ein Beispiel zu geben: als die unabhängige Rennbahn in Westhoughton (in der Nähe von Bolton) Anfang diesen Jahres geschlossen wurde, beeilten sich viele Rennhundehalter auf den Bahnen, ihre Hunde loszuwerden. Einige wurden eingeschläfert, andere wurden freundlicherweise von einer örtlichen Greyhound Auffangstation aufgenommen. Wenn die Besitzer, die ihre Hunde in Westhoughton laufen ließen, nicht darauf vorbereitet waren, für sie zu sorgen,( obwohl sie wußten, daß die Bahn schließt,) kann man sich das Schicksal all der Hunde deutlich vorstellen, die nicht mehr gut genug für Rennen sind. Es ist traurig, aber wir haben keine Veranlassung zu glauben, daß die Situation auf irgendeiner anderen Rennbahn anders ist. Jeff McKenna's Behauptung, daß die Greyhounds "Teil der Familie sind und nicht nur Rennmaschinen" macht deutlich, daß er die Hunde als Rennmaschinen betrachtet. „The British Greyhound Racing Board“ hat ohne Zweifel Verbindung zu „The Greyhound Trust“, meistens als „The RGT oder „The Retired Greyhound Trust“ bezeichnet (‘retired’ heisst unter anderem nicht mehr arbeitsfähig), weil „The RGT“ von der Greyhoundrennenindustrie selbst ins Leben gerufen wurde und zwar vor 25 Jahren. Einziger Zweck ist das Unbehagen der Öffentlichkeit bezüglich der Schicksale von Greyhounds, abzubauen, die nicht mehr in der Lage sind, an Rennen teilzunehmen. Dem RGT gelingt es jährlich, knapp 2,000 Hunde adoptieren zu lassen. Ein kleiner Prozentsatz gemessen an der Anzahl von Hunden, die jedes Jahr dem Bedarf dieser Industrie nicht mehr gerecht werden. (Man rechnet mit 10,000).Weiterhin trägt „The RGT“ unmittelbar zum Greyhoundproblem bei. Durch seine Existenz werden viele Leute dazu ermutigt, Greyhoundrennen zu besuchen, weil sie glauben, daß die Hunde nach ihrer „Karriere“ gut versorgt werden. Kürzlich kündigte „The RGT“ an, daß sie es sich nicht mehr leisten könnten, die Hunde, für die sie verantwortlich sind, zu sterilisieren. Dies wird zur Folge haben, daß noch mehr ungewollte Hunde zur Welt kommen werden. Diese Gleichgültigkeit der Rennindustrie, den Hunden gegenüber, auf die sie letztendlich angewiesen ist, läßt sich dadurch beweisen, daß sie den eigenen Auffangstationen nicht einmal genügend Vorräte (Futter, Spritzen, Verbandmaterial etc.) zur Verfügung stellt, um deren Hunde richtig zu versorgen. Wie wir oben schon anmerkten, ist der Bericht sehr nützlich, aber die "Überwachung" der kommerziellen Greyhound Rennen ist nicht die Antwort. Um der Hunde willen müssen sie verboten werden. |