10.000 Windhunde landeten beim Henker
Ein Brite erschoss in den letzten 15 Jahren systematisch Rennhunde und verscharrte sie im Garten - die Tiere waren nicht mehr schnell genug.

Britische Tierschützer schlagen Alarm: Tausende gesunde Windhunde werden getötet, nur weil sie nicht mehr schnell genug für professionelle Wettrennen sind. "Das ist absolut entsetzlich", sagte der Staatssekretär für Umwelt und Tierfürsorge, Ben Bradshaw, nach Angaben der "Daily Mail" vom Montag. Die britische Hunderennenindustrie müsse dem Abschlachten gesunder Tiere ein Ende bereiten.

Der Skandal war am Wochenende durch eine Reportage der "Sunday Times" über einen "Windhund-Henker" bekannt geworden: Ein Mann in der nordostenglischen Grafschaft Durham soll in den letzten 15 Jahre gegen Bezahlung mehr als 10.000 Renn-Greyhounds mit Bolzenpistolen getötet und dann auf einem Acker hinter seinen Haus verscharrt haben.

Kein Einzelfall
"Wir müssen befürchten, dass dies nicht die einzige Hunde-Vernichtungsstätte im Lande ist", sagte Staatssekretär Bradshaw. Unterdessen berief die Arbeitsgruppe für Tierfürsorge des britischen Parlaments eine Dringlichkeitssitzung ein. Ein Sprecher der Veranstalter von Windhundrennen erklärte, die Tötung gesunder Hunde "verstößt absolut gegen unsere Regeln".

Grausamkeiten gegen die eleganten Greyhounds, die eine Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometern erreichen können, werden allerdings längst nicht nur in Großbritannien begangen. In Spanien etwa werden Windhunde nach dem Ende der Jagdsaison oft im Wald mit einem Strick angebunden und ihrem Schicksal überlassen.

Lukratives Geschäft
Windhundrennen ziehen in Großbritannien jedes Jahr rund 3,5 Millionen Besucher an, noch weit mehr Zuseher verfolgen die Wettkämpfe am Fernseher. Für Wetten bei Hunderennen werden in dem Insel-Königreich jedes Jahr etwa 2,5 Milliarden Pfund (3,65 Milliarden Euro) ausgegeben. Windhunde sind bei Rennen höchstens zwei Jahre einsetzbar bis die Leistungskraft nicht mehr für Profi-Wettkämpfe ausreicht.

Update vom 27. 02.07

Liebe Leserinnen und Leser,

liebe Tierfreunde,
der englischen Presse haben wir entnommen, dass David Smith (bekannt als der Schlächter von Durham) am 16. Februar 2007 wegen Umweltverschmutzung angeklagt wurde. Er hatte innerhalb von 15 Jahren mehr als 10 000 Greys getötet und ohne offizielle Erlaubnis auf dem Grundstück hinter seinem Haus verscharrt (das Töten von Hunden mit Erlaubnis der Besitzer ist leider kein Straftatbestand). Er bekannte sich schuldig und konnte für dieses Vergehen mit einem Strafmaß von bis zu 6 Monaten Haft oder 20 000 Pfund Geldstrafe rechnen. Die vorsitzende Richterin erklärte jedoch, man sei zu der Auffassung gelangt, dass er die Hunde aus rein finanziellen Erwägungen getötet und verscharrt habe und im Laufe der Jahre seine Aktivitäten diesbezüglich auch noch verstärkt habe. Aus diesen Gründen befand das Gericht das mögliche Strafmaß für nicht ausreichend und will das Verfahren an eine nächst höhere Instanz weiterleiten, wo ihn nun bis zu 5 Jahren Haft und eine unbegrenzte Geldstrafe erwarten kann.

Wir hoffen, daß dies erst ein Anfang ist und ein Umdenken im Bereich Tierschutz auf richterlicher Ebene stattfindet.

Ihr Greyhound Protection Team