| Tierschutz in Irland |
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2007
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Marion Fitzgibbon erklärt die Situation des Tierschutzes in Limerick, November 2004 Ich will versucen zu erklären, wie die Situation in unserer Stadt und in Irland generell ist. Zuerst einmal hat der Tierschutz in Irland nur einen geringen Stellenwert. Meine Freundin Johanna Wothke von Pro Animale sagt, dass Irland ein Dritte-Welt-Land für Tiere ist. Sie hat überall in Europa und den östlichen Ländern gearbeitet und sie siedelt Irland nach der Türkei und auf dem gleichen Level wie Spanien an. Die Tierschutzgesetze in Irland müssten dringend überarbeitet werden. Wir handeln noch nach der „Victorian Prevention of Cruelty to Animal Acts“ von 1911. Es gab über die Jahre einige Veränderungen, aber wir müssen uns immer noch nach den Paragrafen von 1911 richten. Dies ist das einzige irische Gesetz, das nicht überarbeitet wurde. Die britische Regierung hat gerade ein neues Gesetz zur Verhinderung von Grausamkeiten für die Britischen Inseln abgezeichnet. Die Kinder, die wir in den Straßen treffen, kommen aus zerbrochenen Familien und viele leben auf der Straße und besuchen keine Schule. Ihre Eltern oder gesetzlichen Vertreter (sofern sie welche haben) sind meist Alkoholiker und drogenabhängig und viele arbeiten als Dealer. Es gibt ungefähr fünf sozial benachteiligte Regionen in der Stadt und ungefähr 95% der Eltern sind ohne Arbeit. In den meisten dieser Gegenden ist man nicht sicher und Außenstehende sind nicht willkommen. Die örtliche Polizei geht dort nicht hin, es sei denn, dass eine gravierende Störung vorliegt. Dies betrifft Menschen und keine Tiere und es muss schon um Messerstechereien oder Schießereien gehen. Die Polizei mischt sich nicht in geringfügige Verbrechen ein, weil sie nach eigenen Aussagen nicht über die erforderlichen Ressourcen und Belegschaft verfügt. Diese Kinder werden verwarnt wenn sie erwischt werden und werden dann freigelassen, weil es in Irland nicht genügend Einrichtungen für straffällige Jugendliche gibt, um alle jungen Straftäter aufzunehmen. In der Regel werden sie nicht in Gewahrsam genommen, solange sie nicht in Raubüberfälle oder andere "ernsthafte" Vergehen verwickelt sind. All diese Kinder tragen Shirts mit Kapuzen und sind örtlich als "Hoodies" bekannt. Die Kapuzen verdecken ihre Gesichter und erschweren eine Identifikation selbst mit Sicherheitskameras. Üblicherweise sitzen sie auf Mauern und haben Beobachtungsposten aufgestellt. Sobald ein Polizeiauto erscheint, verschwinden sie in den Wohnanlagen oder Friedhöfen. Viele von ihnen tragen Klappmesser, die sie in den Ärmeln verbergen. Sie sind sehr schnell und man bemerkt nicht, dass man gestochen wurde, bis man das Blut sieht. Sie alle stehlen um ihre Drogensucht zu befriedigen, die jüngeren Kinder werden als Beobachtungsposten geschult und bekommen von den älteren Jungen Geld dafür. Es ist ein nicht enden wollender Kreis von Entbehrung und Verbrechen. In der letzen Woche mussten wir viele schreckliche Erfahrungen machen. Heute Nacht, Samstag, gingen Niamh und zwei couragierte Freiwillige nach Moyross und versuchten einen sterbenden Schwan zu retten. Uns lagen Berichte vor, daß jeden Abend Schwäne geschossen würden. Teenager mit Gewehren benutzen sie als Ziel und schießen von einer Brücke, die als die "Iron Bridge" bekannt ist. Wilde Enten dienen auch als Ziel. Wir mussten dies der Polizei beweisen, weil es ungesetzlich ist, einen Schwan zu erschießen und weil uns niemand glauben wollte, das dies geschieht. Heute Nacht erhielten wir unseren Beweis. Wir haben jetzt einen wunderschönen toten Schwan, der von Schrotkugeln getötet wurde. Es ist ein schrecklicher Anblick und ich will Euch nicht mit der Veröffentlichung der Bilder beunruhigen. Unsere Freiwilligen mussten im Dunkeln die Bahngleise entlang gehen und dann runter zu den Uferböschungen in das Schwämmland um diesen bedauernswerten Vogel zu finden. Wie Ihr wisst, binden Schwäne sich für das ganze Leben und es ist eine der traurigsten Sachen, den treuen Partner neben dem toten warten zu sehen. Die Kinder in dieser Gegend wachsen jeden Tag ihres Lebens mit der Gewalt auf und leben damit. Sehr oft sehen und erleben sie Quälerei innerhalb ihrer Familie. Auf den Straßen wurde auf uns geschossen und wir konnten beobachten, dass Kinder in der Nähe nicht einmal ihr Spiel unterbrachen. Sie lernen, sich um ihre eigenen Belange zu kümmern und niemals über das zu sprechen, was sie sehen. Die besorgten Menschen, die in diesen Gegenden leben, sind voller Angst und wenn sie etwas sagen, könnte es geschehen, dass ihre Autos und Häuser angezündet werden oder dass man ihnen die Scheiben einschmeißt. Wir wurden am hellen Tag mit Steinen beworfen und unser Jeep wurde schwer beschädigt, ich wurde angegriffen und sogar bepinkelt. Viele dieser Kinder leben ebenfalls in Angst und werden in Banden gezwungen, zu denen sie nicht gehören wollen. Sie werden tyrannisiert und wollen nicht als Feiglinge bezeichnet werden. Wir wollen für die Zukunft einen mobilen Service einrichten, der diese Gegend mehrmals im Monat besucht. Wir werden versuchen mit einem Freiwilligen und einer Tierarzthelferin in diesen Gebieten bekannt und akzeptiert zu werden. Auf diese Weise wollen wir den Befall von Räude, Würmern und Fliegen behandeln und hoffen, dass man uns die Hunde und Katzen übergibt, um die sich niemand kümmert. Wir wollen auch ein Kastrationsprogramm starten, um die Anzahl der ungewollt geborenen Tiere zu senken. Ebenso haben wir viel für die durch ihre Behandlung krank gewordenen Pferde zu tun, dies benötigt große Mengen an Hilfsmitteln. Um eine Arbeit wie diese leisten zu können benötigen wir zuerst eine Gesundheitsstation für Tiere, von der aus wir arbeiten können. Wir brauchen die Möglichkeit diesen unglücklichen Tieren Schutz bieten zu können. Im Moment können wir unser Bestes nur mit eingeschränkten Mitteln und Freiwilligen ermöglichen. Eine langsame Annäherung ist notwendig, um diese Probleme aufzuzeigen und einen Tierschutzgedanken in der Stadt aufzubauen. Vielen Dank für euer Interesse und eure Unterstützung. Wir wissen es zu schätzen. Marion Fitzgibbon www.limerickanimalwelfare.com |