| Wie viele Hunde werden von der Britischen Greyhound-Rennindustrie getötet? |
| Greyhoundrennen scheinen von Zahlen bestimmt zu sein: Startbox-Nummer, Startpreise, Preisgelder, Profit und Verluste bei den Buchmachern. Aber eine Zahl, welche die Rennindustrie nie veröffentlicht und sich auch nicht bemüht zu überschlagen, ist die Zahl der Greyhounds, die jedes Jahr getötet werden: Entweder, weil sie "nicht gut genug" für die Rennbahn sind, oder weil ihre Rennkarriere vorbei ist. Die einzigste Zahl, die jemals von der Greyhound - Rennindustrie genannt wurde, erschien 1999 in einem Brief von Simon Marcantonio vom Britisch Greyhound Racing Board an die „Herne Bay Times“. Er sagte, daß "nur" 500 Greyhounds pro Jahr getötet würden, weil ihre Rennkarriere beendet ist. Wir glauben nicht, daß eine breite Mehrheit der Bevölkerung das Wort "nur" für die Zahl von 500 getöteten Hunden verwenden würde und es ist mehr als offensichtlich, daß Marcantonio bei dem Versuch, Gegenargumente für Anti-Renn-Gegner zu finden, diese Zahl einfach aus der Luft gegriffen hat. Es ist traurig, daß die wirkliche Anzahl deutlich höher ist als 500, wie unsere Berechnungen gleich zeigen werden. Nun, wie können wir zu einer Schätzung kommen, die zeigt, wieviele Hunde getötet werden? Am einfachsten ist es, wenn wir damit beginnen, festzustellen, wieviele Greyhounds jedes Jahr geboren werden. Der National Coursing Club und der Irish Coursing Club haben Aufzeichnungen wieviele Greyhoundwürfe jedes Jahr in Großbritannien und Irland registriert werden. Entsprechend den Zahlen, die 2001 veröffentlicht wurden, gab es 696 Würfe in Großbritannien und 3.731 in Irland. Soviel wurden innerhalb der vergangenen 12 Monate in beiden Ländern registriert. Die generell übereinstimmende Meinung aller Beteiligten, die mit der Rettung von Greyhounds zu tun haben, ist, daß von einer durchschnittlichen Wurfstärke von 8 Welpen auszugehen ist. Daraus ist zu folgern, daß 5.500 (8 x 696 = 5.568) Greyhounds jedes Jahr in Großbritannien und 30.000 (8 x 3.731 = 29.848) in Irland geboren werden. Daneben gibt es eine beträchtliche Anzahl von unregistrierten Würfen: Greyhounds, die für die Jagd, für Coursing und nicht zugelassene Rennen gezüchtet werden - so daß die Anzahl der jährlich geborenen Greyhounds auf den Britischen Inseln leicht die 40.000 überschreiten könnte. Es werden auch einzelne Greyhounds registriert (gerade ein paar Monate alt).Wenn wir die Gesamtzahl für gezüchtete Hunde untersuchen, entsteht eine beunruhigende Situation. Von den 696 Würfen in Großbritannien wurden 4.165 Welpen registriert. Dies ist ein Durchschnitt von nur sechs Welpen pro Wurf - was passierte mit den anderen zwei Welpen jeden Wurfes? Ungefähr 1.400 Welpen sind so 'verschwunden'. In Irland wurden 20.694 Welpen bei 3.731 Würfen registriert, das ist sogar nur ein Durchschnitt von 5.5 Welpen pro Wurf - das gibt einen Verlust von 9.000 Welpen. Wo sind diese fehlenden Welpen abgeblieben - zusammen immerhin fast 10.500 Tiere? Wir müssen uns nur die Frage stellen, was Greyhoundzüchter, die Gewinn erzielen wollen, mit schwächlichen oder kleinwüchsigen Welpen machen? Nehmen diese Leute es hin, für Futter, Unterbringung usw. zu bezahlen, wenn die Hunde niemals für Rennen geeignet sind und auch nicht verkauft werden können? Die Mehrzahl der Hunde, die auf britischen Rennbahnen laufen, werden aus Irland importiert, da der Bedarf an Hunden für die Greyhound Industrie in Großbritannien viel größer ist als in Irland. In Irland gibt es ungefähr 20 Rennbahnen. In Großbritannien sind es über 30 zugelassene Bahnen (die mehr oder weniger nach den Regeln des National Greyhound Racing Clubs - NGRC arbeiten) und ca. 25 unabhängige oder sog. "flapping" Bahnen. Weil die unabhängigen Bahnen kleinere Unternehmen als die „offiziellen“ Bahnen sind, scheint es sicher zu sein, daß die britische Greyhound Industrie zwei mal größer ist, als die irische. Von den geschätzten 40.000 Greyhounds, die jährlich auf den Britischen Insel gezüchtet werden, scheint die britische Industrie für über 25.000 Hunde verantwortlich zu sein (unter Berücksichtigung, daß ein geringer Prozentsatz der Hunde für das Coursing gezüchtet wird). Um auf einer offiziellen NGRC-Bahn zu laufen, müssen die Greyhounds erneut durch den NGRC registriert werden. Diese Registrierungen beliefen sich im Jahr 2001 auf insgesamt 9.938 Tiere. Es gibt keine Möglichkeit die exakte Zahl der Hunde festzustellen, die im selben Jahr auf den unabhängigen Bahnen ihre Rennkarriere begannen. Aber wir können ziemlich sicher sagen, daß es weniger als 5.000 zusätzliche Hunde sind. Bedenkt man, daß die unabhängigen Bahnen in geringerer Anzahl und Größe vorhanden sind und trägt man der Tatsache Rechnung, daß viele NGRC-registrierte Hunde auch auf unabhängigen Bahnen laufen (obwohl die NRGC-Statuten dies verbieten), wenn also weniger als 15.000 Hunde von den 25.000 jährlich für die Rennbahn gezüchteten überhaupt zum Rennen kommen, was passiert mit den übrigen 10.000? Laut Aussagen der Greyhound Industrie stammen 75% der Hunde, die auf britischen Bahnen laufen, aus Irland. Glaubt man den Mitgliedern der einzelnen Greyhound Rescue Organisationen, liegt die Zahl eher bei 90%. Wenn wir die niedrigere Zahl von 75% heranziehen, stammen nur 3.750 der geschätzen 15.000 Hunde, die jährlich in Großbritannien ihre Rennkarriere beginnen, aus der britischen Zucht. Nun werden laut Zuchtbucheintragung vom National Coursing Club jedes Jahr ungefähr 5.500 Greyhounds in Großbritannien gezüchtet. Was also passiert mit den 1.750 britischen Hunden, die es offensichtlich nicht bis zur Rennbahn schaffen? Zieht man dahingegen die Zahl von 90% heran, beläuft sich der Verlust auf 4.150 Tiere aus britischer Zucht! Eine andere Angabe über das Ausmaß der Abschlachterei von Greyhounds stammt von der Aussage eines Tierarztes auf der World Conference of Greyhound Federations (WCGF), die 1998 in London stattfand. Er gab zu, im Durchschnitt wöchentlich neun gesunde, junge Hunde auf der Rennbahn in Nottingham einzuschläfern. Falls das Gleiche in allen anderen 31 „offiziellen Stadien“ stattfindet, bedeutet dies, daß jährlich auf diesen Rennbahnen ca. 15.000 Hunde von Tierärzten eingeschläfert werden. Da die Registrierungszahlen der NGRC zeigen, daß weniger als 10.000 Hunde jährlich ihre „Karriere“ auf den „offiziellen“ Rennbahnen beginnen, muß die Zahl von 15.000 Hunden tausende einschließen, die getötet werden, ohne je eine Rennbahn betreten zu haben. Außerdem berücksichtigt die Zahl von 15.000 nicht die tausende Hunde, die von anderen Tierärzten eingeschläfert oder durch andere Methoden getötet werden. Der Retired Greyhound Trust (RGT), der vor ein paar Jahren von der Greyhound Rennindustrie als Antwort auf die bohrenden Nachfragen von Tierschützern, zu den Zahlen von ausgesetzten und getöteten Greyhounds, ins Leben gerufen wurde, behauptet jährlich für ca. 2.000 Hunde ein neues Zuhause zu finden. Diese Zahl bietet Raum für viele Spekulationen, besonders, weil viele dieser Hunde von anderen Greyhound Rescue Organisationen für den RGT vermittelt werden, und einige Hunde zweimal in der Aufstellung erscheinen, wenn sie an den RGT zurückgehen und neu vermittelt werden. Egal! Sagen wir die Zahl von 2.000 stimmt. Dazu muß die Anzahl der Hunde gerechnet werden, die nicht zum RGT gehören und von anderen Organisationen vermittelt werden. Es ist unwahrscheinlich, daß es mehr als 2.000 sind, weil es weniger andere Organisationen gibt, als RGT-Zugehörige. Dann gibt es die Hunde, für die ihre „Besitzer“ weiterhin sorgen, wenn sie nicht mehr an Rennen teilnehmen können. Es ist unmöglich eine genaue Zahl festzulegen, aber es ist sehr unwahrscheinlich, daß es mehr als ein paar tausend sind. Die Rennindustrie möchte uns glauben lassen, daß fast alle der ungefähr 10.000 Hunde von „offiziellen“ Bahnen, die jedes Jahr in den "Ruhestand" treten, weiterhin von ihren "Besitzern" oder Trainern umsorgt werden, wenn ihre Rennkarriere beendet ist. Greyhounds können leicht 12 Jahre alt werden. Wenn man der Rennindustrie Glauben schenkt, müsste es über 100.000 Ex-Renngreyhounds im Land geben. Und dies ohne Berücksichtigung einiger tausend Hunde, die für „rennbahnunwürdig“ befunden werden Traurig ist die Realität, die uns hier bewußt wird. Mindestens 20.000 der 25.000 Hunde, die jährlich für Rennen in Großbritannien gezüchtet werden, werden eingeschläfert, oder durch andere, entsetzlichere und brutalere Methoden getötet werden, um die Tierarztkosten zu sparen. Es werden täglich 50 Greyhounds getötet! Die "offiziellen“ Rennbahnen, in der Regel die größeren Betriebe als die unabhängigen Bahnen, sind zweifellos die Hauptverursacher dieser Abschlachterei - wir nehmen an, daß jede NGRC Bahn im Durchschnitt für den Tod von mindestens 500 Greyhounds im Jahr verantwortlich ist. Dies knüpft an die Aussage des Tierarztes (oben erwähnt) der WCGF an. Wenn jede Woche 9 Greyhounds auf jeder dieser Rennbahnen getötet werden, macht das im Jahr 450 Tiere auf jeder Bahn, ohne die Hunde zu berücksichtigen, die anderswo getötet werden. Kein Wunder, daß die Rennindustrie keine Aufzeichnungen macht oder Zahlen über die Anzahl der getöteten Hunde veröffentlicht! Wir begrüßen jeden konstruktiven Kommentar bezüglich der Zahlen oder Schätzungen, die wir oben aufgeführt haben und wir sind sehr daran interessiert, zusätzliche Informationen zu bekommen. Wir haben nicht vor, das Ausmaß der Abschlachterei aufzubauschen - schon ein getöteter Greyhound ist einer zuviel. Wir möchten nur den Schleier dieses Geheimnisses lüften und näher an die Wahrheit kommen. Sunday Mirror vom 02.12.2001. "Jedes Jahr werden 6.000 Greyhounds erschossen, verbrannt und begraben. Abgeschlachtet...weil sie zum Gewinnen zu langsam sind" Sechstausend Greyhounds werden jedes Jahr abgeschlachtet, weil sie keine Rennen mehr gewinnen. Die Hunde werden oft von ihren Besitzern entsorgt, um die 3.000 £ einzusparen, die es jährlich kostet, ihnen den Ruhestand zu ermöglichen. Einer der Angeklagten ist der Trainer Steve Davis, gegen den bereits wegen der Erschießung von Hunden mit einer Kugel in Kopf oder Herz oder das Verbrennen auf dem Land in der Nähe seines Zwingers in Oxfordshire ermittelt wurde. Paul Kenyon, der für die BBC recherchiert, grub auf einem Grundstück Überreste von verbrannter Asche aus und ließ diese von einem Pathologen analysieren. Dieser bestätigte, daß die Körperreste zu einem Hund gehörten - einer von Dutzenden, die laut Zeugen von Davis erschossen wurden. Jedes Jahr kommen ca. 8.000 Greyhounds als junge Hunde neu zu den Rennbahnen, Tierschutzorganisationen sprechen von ca. 2.000 Hunden pro Jahr, um die man sich nach ihrer Rennkarriere kümmert. Die Hunde erreichen den Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit im Alter von drei bis vier Jahren. Mit fünf Jahren sollten sie in den Ruhestand, aber fast alle könnten ein Alter von 15 Jahre erreichen. Anfang des Monats wurde Davis von der Sportüberwachung, dem National Greyhound Racing Club (NGRC) mit einem Bußgeld in Höhe von 1.000 £ belegt, weil er zwei Hunde tötete - seine Trainerlizenz durfte er behalten. Kenyon, Moderator der Sendung Kenyon Confronts bei BBC1 sagt: "Man sagte uns, wo der Graben war und wir gingen in der Nacht hin und hoben dieses schwelende Grab aus. "Es brennt immer leuchtend rot, weil er Kalk und brennbaren Abfall benutzte, damit es gut durchbrennt. Der Pathologe identifizierte einen der Körper als den, eines jungen Hundes, zwischen drei und fünf Jahren. Die zigtausend Leute, die jede Woche zu den Greyhoundrennen gehen, wissen überhaupt nicht, daß der Champion von dieser Woche, in der nächsten schon auf einem Feld in der Nähe erschossen sein kann". Kenyon gab sich als Trainer aus, um Zugang zur Welt der Greyhoundrennen zu erhalten - Großbritanniens zweitpopulärstem Sport, gleich nach Fußball. Seine Untersuchungen deckten einige beunruhigende Geheimnisse auf, unter anderem weitverbreitete Rennabsprachen. Nachdem Kenyon im Catford Stadion in London einen Hund vom Trainer Lennie Knell gekauft hatte, boten ihm die Mitarbeiter von Knells Zwinger sofort an, das erste Rennen des Hundes festzulegen und Kenyon so die Möglichkeit zu geben, viel Geld beim Glücksspiel zu verdienen. Daraufhin wurde Knell durch eine Kameraüberwachung überführt, den Hund mittels Drogen im Rennen langsamer zu machen, als er normalerweise ist. Das Ziel war es, den Greyhound in einem späteren Rennen mit langsameren Hunden zu platzieren und somit einen ziemlich sicheren Gewinn zu ermöglichen. Die Fernsehsendung entlarvte auch einen Drogen-Dealer, der die Bahnen im Norden des Landes mit einer reisenden Apotheke in seinem Van aufsuchte, die u.a. Kokain und große Mengen der tödlichen Droge Euthatal enthielt. Kenyon sagte: "Der Dealer lud uns auf seine Farm ein und öffnete drei riesige Schränke, die mit Drogen vollgestopft waren. Wir fragten ihn nach der stärksten und er holte eine große Schachtel Kokain hervor und erklärte, daß er es den Hunden vor einem Rennen in den Schlund schob, damit sie ihre Leistungsgrenze deutlich überschreiten. Letzte Nacht ließ ein älteres Mitglied des NGRC als Erwiderung auf Kenyons Enthüllungen verlauten: "Jeder weiß, was Steve Davis macht. Es ist widerlich. Aber solange wir ihn nicht dabei erwischen oder die Leute in der Rennsportszene gegen ihn aussagen, können wir nichts gegen ihn tun. Er wurde wegen einiger Formalien in Zusammenhang mit zwei toten Hunden mit einem Bußgeld belegt, aber wir hatten gehofft, ihn für die Erschießungen dranzukriegen. Zwangsläufig gibt es einige zwielichtige Gestalten im Rennsport und wir versuchen sie auszumerzen. Wir machen jedes Jahr über 8.000 Drogentests und tun alles, um die Drogen aus dem Sport zu halten." Greyhound Action, PO Box 127, Kidderminster, DY10 3UZ Tel: 0044 (0) 1562 745778 Fax: 0044 (0) 870 138 3993 greyhoundaction@blueyonder.co.uk |