| Micki |
Micki fühlt sich mittlerweile wohl schon Zuhause bei uns.![]() In der Hundeschule waren wir jetzt auch ein paarmal und Micki benimmt sich jedes Mal besser. "Sitz" und "Hopp", "Runter", "Komm" und "Platz", "Halt" und "Nein" klappen auch schon sehr gut, as eine besser und das andere Mal schlechter, aber mit positivern Tendenzen.
Update über Micki..... Ein Hund geht arbeiten Bei der Auswahl unseres Hundes hatten wir besonderen Wert darauf gelegt, dass er mit Kindern verträglich war, da er nicht einsam auf der Couch sitzen, sondern mit zur Arbeit kommen sollte. Da wir, mein Mann Simon und ich, beide Erzieher sind, war dieser Punkt unumgänglich. Mickis Hauptarbeitsstätte ist der Abenteuerspielplatz in Troisdorf. Im Sommer nutzt er meist das schöne Wetter und liegt entspannt in der Sonne. So wird er natürlich von vielen Kindern gesehen und dient unter anderem als Anschauungsobjekt für Hunderassenkunde (beliebte Rassenratergebnisse sind a) der deutsche Schäferhund und b) der Dobermann, na ja, wir üben noch). Ein wichtiges Lernfeld für die Kinder ist im Umgang mit Micki vor allem ein ausgewogenes Verhältnis von Nähe und Distanz, da ein Hund bekanntlich nicht immer geküsst werden möchte. Dennoch bietet Micki gerade den Kindern, die wenig körperliche Nähe erfahren oder erfahren haben, die Möglichkeiten Zärtlichkeiten auszutauschen und zwar so, dass beide Seiten davon profitieren. Hierbei lässt sich auch besonders gut erkennen, welche Bedürfnisse der Hund hat. Ältere Kinder gehen mit Micki schon mal Gassi über den Platz. Auffällig ist, dass gerade Kinder aus dem vorderen Orient Angst vor Micki haben. Dies mag kulturell bedingt sein, da bekanntlich der Stellenwert von Hunden in diesen Regionen der Erde recht gering ist. Aufgrund seiner Größe bietet Micki allerdings die optimalen Möglichkeiten Ängste abzubauen. Bei Ausflügen ist Micki hier immer dabei. Er arbeitet hier allerdings nicht alleine, sondern mit der Golden Retriever Hündin Smilla und dem Golden Retriever Mix Sky. In dieser Gruppe arbeitet er unter anderem im Kontakt mit einem Asperger Autisten (12 Jahre). Bei unserer ersten Ferienfreizeit in diesem Jahr wollte dieses Kind (Micki war ihm schon bekannt) Micki unbedingt führen. Wie ein echter Outdoor - Hund trug Micki einen kleinen Hunderucksack. Da ein Hund schon mal schnüffelt und auch Hänge hinab läuft, kam der Rucksack ins Rutschen und musste in seiner Position korrigiert werden. Dies war natürlich eine ziemlich Herausforderung für unseren Autisten. Asperger Autismus ist eine Kontaktstörung, bei der unter anderem die Schwierigkeit auftritt, sich in andere Lebewesen einzufühlen, deren Mimik und Gestik richtig einzuschätzen und sich dementsprechend zu Verhalten. Wenn sich bekannte Abläufe oder bekannte Vorrausetzungen ändern ist es für den Autisten meist sehr schwer mit der neuen Situation klarzukommen. So auch bei diesem Hunderucksack. Eine unvorhersehbare Situation war eingetreten. Zuerst kam der (leicht hysterische) Verzweiflungsruf: „Du, Sabrina, mit dem Micki stimmt was nicht!“ (meinerseits leichte Hysterie, ich wusste ja nicht, was los war, führte zu einem ersten Schock.) Ich drehte mich also um und sah, dass nur der Rucksack verrutscht war. „Ach so, nur der Rucksack, den musst du halt gerade rücken.“ Leichte Panik in seinem Gesicht. Aber mit Micki hat man ja einen Hund der mitarbeitet. Er hielt also still, dass Problem konnte behoben werden und das Kind war glücklich. Abends beim Lagerfeuer griff Micki dann das Thema „soziale Kontakte“ auf, denn: 1. unterhält man sich über den Hund, 2. beansprucht ein Schoßhund auch einen Schoß auf dem er sitzen kann und 3. finden alle diesen Umstand „so süß“, dass viele Kinder zusammen eine Sache tun, nämlich: Den Hund streicheln, bis er glücklich ist. Wenn ein Hund über die Alpen geht und dann vom Podenco zum Cirneco d’ell Etna wird, dann nennt man das wohl Metamorphose. Mickis Meisterstück war die diesjährige Alpenüberquerung der Tagesgruppe von Oberstdorf nach Meran. Da ich meinen Hund sonst nie in einer Handtasche trage, war für mich schon die Anreise etwas Besonderes. Aber die unverschämten Preise der Bahn (für einen Hund der zu Fuß geht etwa170 € für Hin- und Rückfahrt) wollte ich nicht noch durch den Kauf eines solchen Tickets unterstützen. Hier würde es sich doch mal lohnen zu protestieren! Aber zurück in die Alpen. Micki war von Anfang an voll dabei. Die Kinder freuten sich sehr ihn zu sehen und, wie bei jeder Freizeitaktivität bislang, hatte ich die wenigsten Kontakte zu meinem Hund, da dieser ständig von einem Kind geführt wurde, was die Kinder mittlerweile auch super hinbekommen. Günstiger Körperschwerpunkt, 7,5 kg auf 45 cm, quadratisches Format...dieser Hund hopste die Berge nur so hinauf (im Gegensatz zu mir, die ich eher hoch stapfte). Sein erstes Murmeltier begeisterte Micki auch außerordentlich. Seitdem wollte er eigentlich gerne eins fressen, es bot sich nur leider keine Gelegenheit für ihn. Abends wurde dann mit den Kindern und, wenn diese dann im Bett waren, mit mir geschmust oder auch mit Smilla und Sky. Oder es gab kleine Showeinlagen. Die Rolle ist bei den Kindern besonders begehrt und manch einer schaffte es, Micki dazu zu überreden. Manchmal flippte Micki allerdings auch einfach nur aus vor Glück, wetzte durch den Raum, spielte und alberte herum, was die Kinder auch sehr beeindruckte. Einen Hund zu führen, gerade in den Alpen ist ein verantwortungsvolle Aufgabe, aber ich durfte erleben, wie Kinder, die eigentlich Schwierigkeiten mit Konzentration und Verantwortung haben, gut auf meinen kleinen Hund aufpassten und sehr liebevoll mit ihm umgingen. Aber was ist jetzt eigentlich mit dem Cirneco? Mitten in Meran hörte ich auf einmal eine Art Quietschgeräusch und sah eine Frau, die sich mit den Worten „das ist doch ein Cirneco“ auf Micki stürzte. Wir hatten ja schon länger den Verdacht, schön dass er so erst mal bestätigt wurde. Aber etwas ganz Besonderes war unser Micki auch schon vorher, ohne ein Rassehund zu sein. Hunde in der pädagogischen Arbeit einzusetzen ist für Kinder unheimlich wertvoll. Alle Vorteile lassen sich hier in diesem Umfang nicht zur Genüge darstellen. Meine Erfahrung zeigt, dass Kontaktschwierigkeiten zu Menschen oft schneller und einfacher über Tiere abzubauen sind. Ein geeigneter Hund bringt Ruhe mit sich, die er auf die Kinder übertragen kann. Das Selbstwertgefühl von Kindern steigt, sie lernen im Umgang mit dem Tier Verantwortung und Respekt anderen Lebewesen gegenüber. Wer sich mit mir zu diesem Thema austauschen möchte oder mehr Informationen wünscht kann sich gerne per Mail bei mir melden: Sabrina.Sakowski@web.de |