Zum Inhalt springen
Startseite » Tierschutz kennt keine Grenzen

Tierschutz kennt keine Grenzen

    Auf Messen und Veranstaltungen werden wir immer wieder mit den folgenden Aussagen konfrontiert. Uns ist es wichtig, diese ernst zu nehmen, Vorurteile auszuräumen und sachlich über verantwortungsvollen Auslandstierschutz aufzuklären:

    „Die deutschen Tierheime sind doch schon voll.“

    „Wir haben genug Probleme im eigenen Land.“

    „Auslandshunde schleppen Krankheiten ein.“

    „Unsere Tierheime sind doch schon voll“

    Ja, viele deutsche Tierheime sind stark überlastet und brauchen dringend Unterstützung. Das stellen wir nicht infrage. Doch das Leid eines Tieres wird nicht weniger, nur weil es außerhalb Deutschlands geboren wurde.

    Deutscher Tierschutz und Auslandstierschutz schließen sich nicht aus. Verschiedene Vereine setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Greyhound Protection International e. V. kümmert sich insbesondere um Galgos und Podencos aus Spanien sowie Greyhounds aus Irland.

    Problematisch sind unkontrollierte Vermittlungen ohne gründliche Beratung. Landet ein Hund später in einem deutschen Tierheim, weil sich niemand mehr verantwortlich fühlt, ist das kein seriöser Auslandstierschutz.

    Warum brauchen Hunde in Spanien und Irland Hilfe?

    In Spanien werden Galgos und Podencos für die Jagd eingesetzt. Viele werden abgegeben, ausgesetzt oder in Auffangstationen gebracht, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, verletzt sind oder die Erwartungen ihrer Besitzer nicht erfüllen.

    In Irland werden Greyhounds für kommerzielle Hunderennen gezüchtet. Sobald sie nicht schnell genug sind, sich verletzen oder ihre Rennkarriere endet, brauchen sie einen sicheren Platz. Nicht jeder von ihnen bekommt diese Chance.

    Unsere Hunde werden nicht wahllos „von der Straße geholt“. Sie kommen über ausgewählte Tierheime und Partnervereine zu uns. Dort werden sie versorgt, medizinisch untersucht und auf ihre weitere Reise vorbereitet.

    Auslandstierschutz bedeutet für uns auch, die Tierschützerinnen und Tierschützer vor Ort zu unterstützen. Dazu gehören medizinische Versorgung, Kastrationen und Aufklärungsarbeit in den Herkunftsländern.

    Schleppen Auslandshunde Krankheiten ein?

    Hunde aus bestimmten Regionen können Erkrankungen wie Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose oder Herzwürmer mitbringen. Dieses Risiko darf nicht verschwiegen werden.

    Viele dieser Erkrankungen werden jedoch nicht einfach beim alltäglichen Kontakt von Hund zu Hund übertragen. Sie benötigen beispielsweise Zecken, Sandmücken oder Stechmücken als Überträger. Auch Hunde, die mit ihren Familien in entsprechende Urlaubsgebiete reisen, können sich dort infizieren.

    Seriöse Tierschutzvereine lassen ihre Hunde passend zum Herkunftsland untersuchen und informieren die zukünftigen Familien über bekannte Befunde. Da manche Infektionen erst später nachweisbar sind, können Kontrolluntersuchungen nach der Einreise sinnvoll sein.

    Für die Einreise gelten feste Vorschriften. Die Hunde benötigen unter anderem einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung, einen Heimtierausweis und eine tierärztliche Untersuchung. Die Transporte werden über das europäische TRACES-System angemeldet. Für das Verbringen und Vermitteln von Auslandshunden ist außerdem eine behördliche Erlaubnis nach § 11 des Tierschutzgesetzes erforderlich.

    Qualität vor Quantität

    Bei GPI geht es nicht darum, möglichst viele Hunde in möglichst kurzer Zeit zu vermitteln. Für uns zählt jeder einzelne Hund mit seinem Charakter, seiner Geschichte und seinen Bedürfnissen.

    Deshalb arbeiten wir überwiegend mit Pflegestellen in Deutschland zusammen. Dort können die Hunde erst einmal ankommen und in einem häuslichen Umfeld kennengelernt werden. Unsere Pflegestellen können dadurch viel genauer einschätzen, was ein Hund braucht und welches Zuhause zu ihm passen könnte. Auch die Interessierten haben die Möglichkeit, den Hund persönlich kennenzulernen.

    Direktadoptionen aus dem Ausland sind bei uns die Ausnahme. Sie kommen vor allem dann infrage, wenn wir die Adoptierenden bereits durch eine frühere Vermittlung gut kennen und ihre Lebensumstände zuverlässig einschätzen können.

    Wir führen ausführliche Gespräche, besuchen die Interessierten zu Hause und prüfen sorgfältig, ob Hund und Familie zusammenpassen. Lieber wartet ein Hund etwas länger, als vorschnell in ein ungeeignetes Zuhause vermittelt zu werden.

    Eine Vermittlung ist für uns erst dann erfolgreich, wenn der Hund sich sicher und wohlfühlt und auch seine Menschen mit ihrer Entscheidung glücklich sind. Beide Seiten sollen dauerhaft gut miteinander leben können.

    Das ist unser Anspruch an verantwortungsvollen Auslandstierschutz: ehrlich beraten, sorgfältig vermitteln und auch nach der Adoption ansprechbar bleiben.

    Denn ein Hund hat sich sein Herkunftsland nicht ausgesucht. Er braucht keine Vorurteile, sondern eine faire Chance.