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Eine Woche Andalusien – drei Tierheime, unzählige Begegnungen und viele bleibende Eindrücke

    Vanessa und ich waren wieder eine Woche in Andalusien unterwegs. Unser Ziel war es, Hunde kennenzulernen, alte Bekannte wiederzusehen, neue Kontakte zu knüpfen und uns ein persönliches Bild von der Arbeit verschiedener Tierheime zu machen.

    Auf unserer Reise besuchten wir drei ganz unterschiedliche Einrichtungen: Refugio Kimba, HundCatDogs/ Buscandog Familia und DogzMansion.

    Wir haben viele wunderbare Hunde getroffen, bewegende Geschichten gehört und Menschen kennengelernt, die mit großem Einsatz für ihre Schützlinge kämpfen.

    Tierschutz in Andalusien – eine Welt voller Gegensätze

    Was uns bei unseren Besuchen in Andalusien immer wieder bewegt, sind die unglaublichen Gegensätze im Umgang mit Tieren.

    Auf der einen Seite begegnen wir Menschen, die mit unermüdlichem Engagement, Geduld und ganz viel Herzblut für ihre Schützlinge kämpfen. Menschen, die einen großen Teil ihres Lebens dem Tierschutz widmen, auf vieles verzichten und trotzdem jeden Tag weitermachen.

    Auf der anderen Seite erleben wir unterwegs immer wieder Situationen, die uns fassungslos machen. Pferde, die allein und angekettet auf Feldern stehen. Hunde, die auf abgelegenen Grundstücken leben, ohne erkennbaren Familienanschluss oder regelmäßige menschliche Zuwendung. Und immer wieder Hunde und Katzen, die allein an Straßen oder durch Ortschaften streifen. Darunter auch abgemagerte und offensichtlich kranke Katzen, teilweise mit deutlichen Anzeichen von Katzenschnupfen.

    Diese Bilder lassen uns nicht los.

    Dabei wäre es falsch, alle Menschen über einen Kamm zu scheren. Gerade in Andalusien haben wir Menschen kennengelernt, die mit unglaublicher Hingabe versuchen, das Leben dieser Tiere zu verändern.

    Und genau deshalb sind uns die Besuche in den Tierheimen so wichtig. Wir möchten die Hunde und die Menschen dahinter kennenlernen, ihre Arbeit besser verstehen und sie unterstützen, wo wir können.

    Refugio Kimba – ein Ort, an den wir immer wieder gerne zurückkehren

    Vier Tage haben wir bei Refugio Kimba in Chiclana de la Frontera verbracht. Für uns ist dieses Tierheim längst mehr als nur ein Ort, den wir gelegentlich besuchen.

    Natürlich haben wir auch wieder fleißig beim Reinigen der Gehege mitgeholfen. Inzwischen haben wir unsere Routine, und die Arbeit macht sogar richtig Spaß. Denn wir wissen: Je schneller alles sauber ist, desto mehr Zeit bleibt, um uns ausgiebig mit den Hunden zu beschäftigen und ihnen unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken.

    Trueman

    Einige Hunde kennen wir inzwischen richtig gut. Wir freuen uns jedes Mal darauf, sie wiederzusehen und zu erleben, wie sie sich entwickelt haben. Noch viel schöner wäre es natürlich, wenn sie bei unserem nächsten Besuch längst in einem eigenen Zuhause leben würden.

    Da ist zum Beispiel Trueman, der schon seit 2013 bei Kimba lebt und längst ein fester Bestandteil des Tierheims geworden ist. Trueman ist kein einfacher Hund, er hat seine ganz eigenen Macken. Aber Carlos kennt ihn genau, weiß mit seinen Eigenheiten umzugehen und gibt ihm die Sicherheit, die er braucht. Und vielleicht hat Trueman genau hier, bei Kimba, längst seinen Platz im Leben gefunden.

    Rocko

    Rocko, unser Shar-Pei, ist inzwischen zu einer richtigen Kuschelmaus geworden. Wer ihn von früher kennt, kann diese Veränderung besonders gut nachvollziehen.

    Lima

    Und dann ist da Lima. So viel Zuneigung und Begeisterung für Menschen ist kaum auszuhalten! Sie sucht ständig unsere Nähe und möchte am liebsten ununterbrochen gestreichelt werden. Leider hat sie Probleme mit einem Hinterbein, aber ihre Lebensfreude ist ungebrochen.

    Reyna

    Auch Reyna darf natürlich nicht fehlen. Diese wunderschöne Pastor-Mallorquín-Labrador-Mischlingshündin begeistert nicht nur mit ihrem Aussehen, sondern auch mit ihrem unglaublich lieben und menschenbezogenen Wesen. Bei Kimba hat sie außerdem eine wichtige Aufgabe übernommen: Sie behält aufmerksam alles im Blick und meldet zuverlässig, sobald sich auf der anderen Seite des Tores etwas tut. Eine wirklich tolle Hündin! ❤️

    Grumpy

    Auch Grumpy hat sich verändert. Vor einem Jahr hat er mir zur Begrüßung erst einmal in den Finger gebissen. 😅 Zum Glück haben wir uns schnell wieder vertragen. Heute sind wir längst gute Freunde und er zeigt seine grummelige Seite nur noch selten.

    Franky

    Franky, der früher sein Gehege bewacht hat, ist mittlerweile viel entspannter und hält sich inzwischen gerne dort auf, wo Menschen sind.

    Gitana

    Besonders berührt hat uns die Entwicklung von Gitana. Noch vor einem halben Jahr hat sie uns angebellt und ist sofort geflüchtet, sobald wir uns näherten. Heute bleibt sie stehen, beobachtet uns neugierig und wagt sich Schritt für Schritt näher an uns heran.

    Solche Veränderungen entstehen nicht von heute auf morgen. Sie brauchen Zeit, Vertrauen und Menschen, die nicht aufgeben.

    Und dann sind da noch die drei kleinen Podenco Manetos, die uns mit ihrem außergewöhnlichen Zusammenhalt beeindruckt haben. Die drei sind nicht miteinander verwandt und halten trotzdem zusammen wie Pech und Schwefel. Wird einer von einem anderen Hund geärgert, sind die beiden anderen sofort zur Stelle. Dann stehen sie zu dritt dem anderen Hund gegenüber. So einen Zusammenhalt unter Hunden haben wir selten erlebt. Jeder passt auf die anderen auf.

    Ein besonderes Konzept

    Kimba gehört zu den traditionsreichsten Tierheimen Andalusiens. Was uns hier immer wieder beeindruckt, ist das individuelle Konzept.

    Die rund 50 Hunde bekommen täglich mehrere Stunden Auslauf, viel Aufmerksamkeit und werden entsprechend ihren Bedürfnissen betreut. Die Anlage ist sauber und gut organisiert.

    Wie viel Ruhe und Geduld Carlos mitbringt, zeigte uns eine kleine Hündin, die erst wenige Tage zuvor ins Refugio gekommen war und große Angst vor Männern hatte.

    Als alle Hunde zurück in ihre Gehege sollten, blieb die kleine Hündin als Letzte draußen. Bei Kimba ist es ein festes Ritual, dass die Hunde möglichst freiwillig in ihre Gehege zurückkehren. Doch die Hündin traute sich nicht zu Carlos.

    Und so sahen wir ihn schließlich auf allen Vieren am Boden, wie er sich ihr ganz langsam und behutsam näherte. Obwohl der Feierabend längst in Sicht war, nahm er sich alle Zeit der Welt. Schließlich ließ sie sich sogar von ihm den Bauch kraulen, bevor er sie vorsichtig in ihr Gehege brachte.

    Am nächsten Tag waren die beiden schon dicke Freunde. ❤️

    Genau das ist Carlos. Kein Druck, keine Gewalt, sondern unglaublich viel Geduld und Respekt vor jedem einzelnen Hund.

    Währenddessen hält Anna im Hintergrund die Fäden zusammen. Sie kümmert sich um Fotos, Vermittlungen, Büroarbeit und viele weitere Aufgaben, ohne die ein Tierheim nicht funktionieren würde.

    Hier merkt man einfach, wie viel Erfahrung, Engagement und Herzblut zusammenkommen.

    Wir lieben Kimba einfach! ❤️

    HundCatDogs – viele Hunde, viele Geschichten und neue Möglichkeiten

    Unser nächster Besuch führte uns zu HundCatDogs in Sevilla.

    Hier leben rund 120 Hunde – deutlich mehr als bei Kimba. Schon die große Anzahl und Vielfalt haben uns beeindruckt.

    Neben zahlreichen Galgos gibt es viele andere Rassehunde, Mischlinge und Welpen. Große und kleine Hunde, junge und ältere, selbstbewusste und zurückhaltende.

    Rocio und ihr Team haben uns sehr herzlich empfangen. Sie nahmen sich viel Zeit, führten uns durch die Anlage und zeigten uns die Hunde. Für diese Offenheit und Gastfreundschaft möchten wir uns herzlich bedanken.

    Was uns besonders beschäftigt hat, waren die vielen ängstlichen Hunde. Gerade unter den Galgos gibt es einige, die Menschen gegenüber noch sehr zurückhaltend sind.

    Hier wird deutlich, wie viel Geduld und Zeit manche Hunde brauchen, um wieder Vertrauen zu fassen.

    Zwei schwarze Galgas, Bernarda und Keisha, sind uns besonders in Erinnerung geblieben. Während eine noch sehr vorsichtig war, zeigte sich die andere deutlich zugänglicher und verschmuster. Zwei Hunde, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch beide eine Chance verdienen.

    Und dann war da noch Sultan, ein großer Galgo, der nach seiner Kastration erheblich an Gewicht zugelegt hat. Trotz seines Gewichts ist er ein freundlicher, lebhafter Hund, für den wir uns sehr ein passendes Zuhause wünschen.

    Sultan
    Sultan

    Leishmaniose – kein Grund, einem Hund keine Chance zu geben

    Auch Leishmaniose war während unseres Besuchs ein wichtiges Thema. Nach den Erfahrungen vor Ort sind viele Hunde davon betroffen, und leider schreckt die Diagnose noch immer manche Interessenten ab.

    Dabei können Hunde mit Leishmaniose oft ein langes, glückliches und weitgehend normales Leben führen. Bei vielen lässt sich die Erkrankung mit Medikamenten in Tablettenform gut kontrollieren.

    Ich selbst habe eine Hündin mit Leishmaniose. Sie ist medikamentös gut eingestellt, führt ein völlig normales Hundeleben und macht mir im Alltag keinerlei Probleme. Ihre Erkrankung spielt in unserem Zusammenleben praktisch keine Rolle.

    Natürlich ist Leishmaniose eine ernst zu nehmende Erkrankung, die regelmäßige tierärztliche Kontrollen erfordert. Je nach Verlauf kann auch eine intensivere Behandlung notwendig werden. Aber eine positive Diagnose bedeutet keineswegs, dass ein Hund ständig krank sein muss.

    Ich würde mir wünschen, dass viel mehr Menschen auch einem Hund mit Leishmaniose eine Chance geben. Denn eine Diagnose sagt noch lange nichts darüber aus, wie viel Lebensfreude und Liebe in einem Hund steckt. ❤️

    Wir möchten HundCatsDogs unterstützen

    Unser Besuch hat uns gezeigt, wie viele unterschiedliche Hunde dort auf ein Zuhause warten.

    Wer einen bestimmten Hundetyp sucht, sollte deshalb unbedingt auch im Tierschutz schauen. Die Vielfalt ist viel größer, als viele Menschen vermuten – und auch Welpen und Rassehunde warten in den Tierheimen auf ihre Chance.

    Wir möchten HundCatsDogs künftig bei der Vermittlung unterstützen und dabei helfen, möglichst vielen dieser Hunde ein liebevolles Zuhause zu finden.

    Ein besonderes Dankeschön geht an Jörg Heyer, der das Tierheim regelmäßig mit Sachspenden unterstützt und diese sammelt.

    Benötigt werden unter anderem Hundemäntel, Decken, Handtücher und Medikamente.

    Wer etwas abzugeben hat, kann sich gerne bei uns melden. Ich bringe die gesammelten Spenden regelmäßig persönlich zu Jörg, damit sie ihren Weg nach Andalusien finden.

    DogzMansion – ein ganz besonderer Ort für Hunde

    Unser dritter Besuch führte uns zu Sabrina und Dominik von DogzMansion in Chiclana de la Frontera.

    Die beiden stammen aus Deutschland und haben vor etwa zwei Jahren ein privates Tierheim in Andalusien aufgebaut.

    Schon beim Betreten des Geländes wurde uns klar, dass hier vieles anders ist.

    Es gibt reichlich Platz, einen Teich, eine große Halle und verschiedene Bereiche, in denen sich die Hunde aufhalten können. Viele von ihnen leben sogar mit im Haus und schlafen dort.

    Bei DogzMansion findet man die unterschiedlichsten Hunde: kleine Chihuahuas und Yorkshire Terrier ebenso wie Malinois, Staffordshire Terrier, Rottweiler, Podencos und natürlich die beeindruckenden Mastins.

    Besonders überrascht hat uns, wie freundlich viele der Hunde auf fremde Menschen reagierten. Einige brauchten etwas Zeit, um Vertrauen zu fassen, aber auch das gehört dazu.

    Natürlich gibt es auch die andere Seite. Wir haben einen Herdenschutzhund kennengelernt, der uns sehr unmissverständlich gezeigt hat, dass wir in seinem Gehege nichts zu suchen haben. Für uns wäre es undenkbar gewesen, dort hineinzugehen. Umso beeindruckender war es zu sehen, wie selbstverständlich Sabrina mit ihm umging. Sie konnte ihn problemlos anfassen und streicheln. Er vertraut ihr, während er fremde Menschen ganz klar auf Abstand hält.

    Auch das gehört zum Tierschutz: Nicht jeder Hund ist unkompliziert, und gerade Herdenschutzhunde brauchen Menschen, die ihre besonderen Eigenschaften verstehen und respektieren.

    Wie unterschiedlich diese Hunde sein können, haben wir selbst erlebt. Nachdem wir die fünf Mastins in ihrem großen Gehege kennengelernt hatten, konnten wir später sogar allein noch einmal hineingehen, um unsere Wasserflaschen zu holen. Und was passierte? Alle fünf begrüßten uns erneut freundlich, als würden wir längst dazugehören.

    Mein Herz gehört den Mastins

    Sabrina und Dominik haben eine besondere Verbindung zu den großen spanischen Herdenschutzhunden.

    Und ich muss gestehen: Auch ich habe mein Herz an diese riesigen, oft sanften Mastins verloren. ❤️

    Bei den richtigen Menschen können sie wunderbare Familienhunde sein. Gleichzeitig sind sie wachsam, selbstständig und nehmen ihre Aufgabe als Beschützer ernst. Wer einen großen Hof, ausreichend Platz und Erfahrung mit Herdenschutzhunden hat, könnte in einem Mastin einen ganz besonderen Begleiter finden.

    Ihre Größe, Eigenständigkeit und besonderen Bedürfnisse machen die Vermittlung allerdings nicht immer einfach.

    Und dann gibt es bei DogzMansion noch eine gerade einmal vier Monate alte Mastin-Hündin. Für sie wäre möglicherweise sogar ein Leben als Herdenschutzhund bei einer Schafherde denkbar. Mit einer fachkundigen Eingewöhnung und Ausbildung könnte sie vielleicht einmal genau die Aufgabe übernehmen, für die diese Hunde ursprünglich gezüchtet wurden.

    Wie viel Geduld Sabrina aufbringt, zeigt außerdem die Geschichte eines Mastins, der einst am Tor von Kimba angebunden worden war. Fast zwei Tage verbrachte sie mit ihrem Wohnmobil vor Ort, um langsam sein Vertrauen zu gewinnen.

    Solche Geschichten zeigen, dass Tierschutz manchmal vor allem eines bedeutet: Zeit haben, geduldig bleiben und einem Tier die Möglichkeit geben, selbst den nächsten Schritt zu machen.

    Es wäre schön, wenn auch diese besonderen Hunde Menschen finden, die ihr Wesen verstehen und ihnen ein passendes Leben ermöglichen. ❤️

    .

    Ein Leben für die Hunde

    Was Sabrina und Dominik aufgebaut haben, ist beeindruckend. Gleichzeitig wurde uns bewusst, wie viel Arbeit dahintersteckt.

    Die Versorgung der Hunde bestimmt praktisch ihren gesamten Alltag. Zeit für sich selbst bleibt kaum. Die beiden erzählten uns, dass sie es in den vergangenen zwei Jahren gerade einmal geschafft haben, gemeinsam in einem Restaurant essen zu gehen.

    Auch das gehört zur Realität des Tierschutzes.

    Eine weitere Besonderheit: Alle Hunde bei DogzMansion werden vegan ernährt, auch die großen Mastins. Sabrina und Dominik legen dabei Wert auf die gesundheitliche Betreuung ihrer Tiere und lassen regelmäßig Blutuntersuchungen durchführen.

    Wer die beiden unterstützen möchte, kann sogar vor Ort mithelfen. Es gibt Möglichkeiten für freiwillige Helfer, mit Camper oder Zelt anzureisen und bei der täglichen Arbeit mit anzupacken. Die Stellplätze sind einfach gehalten, ohne Strom- und Wasserversorgung.

    Für Menschen, die Tierschutz einmal unmittelbar erleben und praktisch helfen möchten, ist das eine besondere Gelegenheit.

    Olivia ( Welpe)
    Nanuk
    Hermine, Berta,Eroz
    Arya
    Lotti

    Mehr über Sabrina, Dominik und ihre Hunde erfahrt ihr auf der Website von DogzMansion. Dort findet ihr auch Einblicke in ihre Arbeit und weitere Informationen zu ihren Schützlingen.

    https://www.instagram.com/dogz.mansion?rpxt=N3gxdHJhaWcxeXVz.https://www.facebook.com/share/18UwZVa8LL/?mibextid=wwXIfr

    Drei Tierheime – drei unterschiedliche Wege und ein gemeinsames Ziel

    Unsere Woche in Andalusien hat uns wieder gezeigt, wie unterschiedlich Tierschutz aussehen kann.

    Bei Kimba haben wir erlebt, wie viel individuelle Betreuung, Bewegung und Geduld bewirken können.

    Bei HundCatsDogs wurde uns erneut bewusst, wie groß die Zahl der Hunde ist, die dringend ein Zuhause brauchen, und wie vielfältig die Hunde im Tierschutz sind.

    Und bei DogzMansion haben wir Menschen kennengelernt, die ihr Leben ganz auf ihre Tiere ausgerichtet und für sie einen besonderen Ort geschaffen haben.

    Jedes dieser Tierheime hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Herausforderungen und sein eigenes Konzept.

    Doch eines verbindet sie alle: Menschen, die nicht wegschauen, sondern Verantwortung übernehmen.

    Warum eigentlich noch immer Hunde vom Züchter?

    Eine Frage beschäftigt uns nach solchen Reisen besonders: Warum entscheiden sich noch immer so viele Menschen für einen Hund vom Züchter, während gleichzeitig so viele wunderbare Hunde in den Tierheimen auf ein Zuhause warten?

    Wir haben junge und alte Hunde gesehen, Rassehunde und Mischlinge, große und kleine, schüchterne und unglaublich menschenbezogene. Hunde mit ganz unterschiedlichen Geschichten und Charakteren.

    Oft hören wir das Argument, Hunde aus dem Tierschutz seien vorbelastet und deshalb schwieriger als Hunde vom Züchter. Aber ist das wirklich so einfach?

    Wir sprechen bei unseren eigenen Hunden so viel über Geduld, Frustrationstoleranz und darüber, dass sie lernen müssen, auch einmal zu warten oder mit Enttäuschungen umzugehen.

    Und dann schauen wir auf diese Hunde. Viele von ihnen haben schon unzählige Male warten müssen: auf Aufmerksamkeit, auf Zuwendung und auf die Chance, einen eigenen Menschen zu finden. Sie müssen sich an andere Hunde, neue Situationen und veränderte Umstände anpassen.

    Natürlich bedeutet das nicht, dass sie automatisch eine hohe Frustrationstoleranz besitzen oder unkompliziert sind. Manche Erfahrungen hinterlassen Ängste und Unsicherheiten. Aber diese Hunde bringen auch Fähigkeiten und Stärken mit, die wir viel zu selten sehen.

    Vielleicht sollten wir aufhören, bei Tierschutzhunden zuerst nach ihrer Vergangenheit zu fragen, und viel öfter danach, was alles in ihnen steckt.

    Natürlich hat jeder seine eigenen Vorstellungen von einem Hund. Doch vielleicht lohnt es sich, zunächst im Tierschutz nach einem passenden Begleiter zu suchen.

    Vielleicht sollten wir viel öfter fragen, welcher Hund bereits auf uns wartet, statt danach, welchen wir uns noch züchten lassen möchten. ❤️

    Wir nehmen aus Andalusien viele schöne Begegnungen, aber auch nachdenkliche Momente mit nach Hause.

    Und vor allem den Wunsch, dass möglichst viele dieser Hunde bald nicht mehr auf ein Zuhause warten müssen.

    Wer sich für einen der Hunde interessiert oder eine Adoption in Betracht zieht, kann sich gerne bei uns melden. Schaut auch auf unserer Homepage unter „Hunde zur Adoption“ vorbei. Vielleicht wartet dort schon euer zukünftiger Begleiter.

    Auch wer die Tierheime mit Sachspenden oder auf andere Weise unterstützen möchte, darf sich gerne an uns wenden.

    Nicole und Vanessa
    Greyhound Protection