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Hund und Beruf- Verantwortung endet nicht an der Haustür

    Aus gegebenem Anlass möchten wir heute ein Thema ansprechen, das uns besonders am Herzen liegt: die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Hundehaltung.

    Kann man einem Hund ein gutes Zuhause bieten, obwohl man berufstätig ist?

    Für uns steht dabei nicht die Berufstätigkeit an sich im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie das Zusammenleben mit dem Hund gestaltet wird. Wie werden seine individuellen Bedürfnisse berücksichtigt? Wie ist seine Betreuung organisiert? Und ist diese auch langfristig zuverlässig sichergestellt?

    Denn eines ist uns besonders wichtig: Wir suchen nicht einfach irgendein Zuhause für unsere Schützlinge. Wir möchten für jeden einzelnen Hund das bestmögliche Zuhause finden.

    Beruf und Hund – es gibt viele gute Möglichkeiten

    Die Arbeitswelt hat sich verändert. Viele Menschen arbeiten inzwischen im Homeoffice, können ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten oder ihren Hund sogar mit zur Arbeit nehmen.

    Und damit meinen wir keineswegs nur klassische Bürojobs. Auch in manchen Praxen, Geschäften oder anderen geeigneten Arbeitsumgebungen kann ein Hund seinen Menschen begleiten.

    Gerade Greyhounds, Galgos und andere Windhunde sind häufig ruhige Begleiter, die gerne in der Nähe ihrer Menschen liegen und viel schlafen. Natürlich gilt auch hier: Jeder Hund ist anders. Nicht jeder fühlt sich an jedem Arbeitsplatz wohl. Eine ruhige Rückzugsmöglichkeit und eine Umgebung, in der seine Bedürfnisse berücksichtigt werden, sind Voraussetzung.

    Auch die Betreuung durch Familienangehörige kann eine wunderbare Lösung sein.

    Vielleicht kümmern sich die Eltern oder Schwiegereltern tagsüber um den Hund. Vielleicht gibt es einen vertrauten Menschen, bei dem er sich wohlfühlt und der sich gerne mit ihm beschäftigt.

    Das kann hervorragend funktionieren.

    Wichtig ist allerdings, dass diese Menschen die Betreuung wirklich übernehmen möchten und wissen, welche Verantwortung damit verbunden ist.

    Eine solche Betreuung darf nicht nur auf dem Papier funktionieren.

    Deshalb ist es uns wichtig, auch die Menschen persönlich kennenzulernen, die regelmäßig einen wesentlichen Teil der Betreuung übernehmen sollen. Schließlich möchten wir sicher sein, dass sich unser Schützling auch bei ihnen wohlfühlt und gut aufgehoben ist.

    Vielleicht wirkt es manchmal so, als würden wir bei einer Vermittlung besonders viele Fragen stellen oder Dinge sehr genau hinterfragen. Wir verstehen, dass das für Interessenten nicht immer angenehm ist. Doch wir möchten damit niemanden persönlich kritisieren. Wir können nicht vorhersehen, wie Menschen in jeder Lebenssituation handeln werden. Deshalb versuchen wir, die zukünftigen Lebensumstände unserer Hunde so gut wie möglich kennenzulernen.

    Bitte versteht unsere Fragen nicht als Misstrauen, sondern als Ausdruck unserer Verantwortung gegenüber den Hunden, die uns anvertraut wurden.

    Was passiert, wenn sich die Lebensumstände verändern?

    Genau an diesem Punkt schauen wir in der Vermittlung besonders sorgfältig hin.

    Was passiert, wenn die Eltern irgendwann nicht mehr helfen können? Wenn sich die Arbeitszeiten verändern? Wenn ein neuer Arbeitsplatz kein Homeoffice mehr ermöglicht? Oder wenn ein Mensch, auf dessen Unterstützung man sich verlassen hat, plötzlich ausfällt?

    Natürlich kann niemand sein ganzes Leben vorhersehen.

    Aber wer einen Hund aufnimmt, sollte sich bereits vorher Gedanken darüber machen, wie seine Betreuung auch dann gewährleistet werden kann, wenn nicht mehr alles nach dem ursprünglichen Plan läuft.

    Ein Hund braucht mehr als einen Plan, der nur funktioniert, solange alles gut läuft.

    Jeder Hund ist anders

    Manche Hunde können nach entsprechender Eingewöhnung und behutsamem Training mehrere Stunden entspannt allein bleiben. Andere können das nicht.

    Vielleicht leiden sie unter Trennungsstress, zerstören Gegenstände oder verschlucken Dinge. Vielleicht sind sie krank, benötigen Medikamente oder besondere Pflege. Ältere Hunde müssen möglicherweise häufiger nach draußen.

    Gerade frisch vermittelte Tierschutzhunde brauchen außerdem Zeit, um anzukommen, Vertrauen aufzubauen und das Alleinbleiben überhaupt erst zu lernen.

    Deshalb gibt es für uns keine pauschale Antwort darauf, wie lange ein Hund allein bleiben kann.

    Entscheidend sind die Bedürfnisse des einzelnen Hundes – nicht die Arbeitszeiten seiner Menschen.

    Ist nicht jedes Zuhause besser als ein Shelter?

    Wir wissen, unter welchen teilweise schrecklichen Bedingungen Hunde in ausländischen Sheltern leben. Manche verbringen dort Jahre, andere kämpfen täglich ums Überleben.

    Da könnte man sich fragen: Ist ein Zuhause, in dem ein Hund täglich acht oder neun Stunden allein bleibt, nicht trotzdem besser als ein Leben im Shelter?

    Vielleicht ist es das in manchen Fällen.

    Aber ist „besser als im Shelter“ wirklich der Maßstab, an dem wir unsere Vermittlungsarbeit ausrichten möchten?

    Für uns lautet die Antwort ganz klar: Nein.

    Wir möchten nicht möglichst viele Hunde möglichst schnell vermitteln. Wir möchten für jeden einzelnen Hund ein Zuhause finden, in dem er sich sicher, geborgen und wohlfühlen kann.

    Ein Garten, eine geöffnete Terrassentür oder ein Nachbar, der gelegentlich vorbeischaut, ersetzen für uns keine verlässliche Betreuung.

    Natürlich kann es Ausnahmesituationen geben. Niemand kann sein Leben vollständig planen. Aber eine Ausnahme sollte nicht von Anfang an die tägliche Betreuungsstrategie sein.

    Unsere Verantwortung endet nicht mit der Adoption ❤️

    Auch an unsere bereits bestehenden Adoptanten möchten wir uns wenden.

    Lebenssituationen können sich verändern. Menschen werden krank, verlieren ihre Arbeit, müssen plötzlich mehr arbeiten, trennen sich oder verlieren einen geliebten Partner.

    Bitte denkt in solchen Situationen daran: Ihr seid nicht allein!

    Wir von Greyhound Protection International stehen ein Leben lang an der Seite unserer vermittelten Hunde und ihrer Menschen.

    Wenn ihr merkt, dass ihr eurem Hund aufgrund veränderter Lebensumstände nicht mehr so gerecht werden könnt wie bisher, dann meldet euch bitte frühzeitig bei uns.

    Wartet nicht, bis die Situation für euch oder euren Hund kaum noch tragbar ist.

    Wir möchten gemeinsam mit euch nach Lösungen suchen und prüfen, welche Unterstützung oder Möglichkeiten es in der jeweiligen Situation gibt.

    Es ist keine Schwäche, um Hilfe zu bitten. Verantwortung bedeutet auch, rechtzeitig zu erkennen, wenn etwas nicht mehr funktioniert.

    Wir erwarten keine perfekten Menschen und keine perfekten Lebensumstände. Aber wir erwarten Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, die Bedürfnisse des Hundes ernst zu nehmen.

    Denn unsere Schützlinge haben oft schon genug Unsicherheit erlebt.

    Wir suchen für unsere Hunde nicht irgendein Zuhause. Wir suchen das bestmögliche Zuhause.

    Und wir bleiben für sie da. Ein Leben lang. ❤️🐾

    Euer Team von Greyhound Protection International